CDU-Innenexperte: Italien sprengt neues EU-Asylsystem
23.08.2026 14:59
Das neue Asylsystem gilt in der EU erst seit Juni - und sorgt schon
für Zündstoff zwischen Berlin und Rom. Am Samstag zeigte sich
Italiens Vize-Regierungschef hart. Nun gibt es Widerworte aus Berlin.
Berlin (dpa) - Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion,
Alexander Throm, hat Italien im Umgang mit Bootsflüchtlingen
vorgeworfen, das neue europäische Asylsystem zu torpedieren. «Wenn
Italien diese Haltung beibehält, sprengt es das neue europäische
Asylsystem Geas, das gerade seit wenigen Wochen in Kraft ist», sagte
der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
Ohne die Rücknahme jener Asylbewerber, für die Italien zuständig sei,
müssten die deutschen Grenzkontrollen nicht nur beibehalten, sondern
intensiviert werden. Dies würde dann eine Kettenreaktion in anderen
europäischen Ländern nach sich ziehen, vermutete Throm.
Seit Mitte Juni gelten in der EU neue Regeln für den Umgang mit
Migranten: das Gemeinsame Europäische Asylsystem (Geas). Auf dessen
Grundlage wollen Deutschland und andere Länder wieder Migranten
zurückschicken, die über die italienische Küste in die EU kamen und
anschließend weiterreisten.
Der Streit zwischen Berlin und Rom über den Umgang mit
Bootsflüchtlingen aus dem Mittelmeer hatte sich zuletzt verschärft.
Erst am Samstag sagte Italiens Vize-Regierungschef Matteo Salvini,
dass sein Land trotz neuer EU-Regeln bis auf weiteres keine Migranten
aus Deutschland zurücknehmen wolle.
Throm sagte, das Vorgehen von Italiens rechter Koalition unter
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zeige zudem, «dass auf die
Aussagen der italienischen Regierung in der Migrationspolitik kein
Verlass ist». Eine funktionierende Rückübernahme sei der Dreh- und
Angelpunkt für das neue europäische Asylsystem.
