EU will Druck auf Russland erhöhen, bis das Töten endet

24.08.2026 01:13

Der EU-Ratspräsident reist mit einer klaren Botschaft zum
Nationalfeiertag der Ukraine nach Kiew. Sie richtet sich nicht nur an
die Menschen in dem angegriffenen Land, sondern auch an die in
Russland.

Kiew (dpa) - Die EU hat der von Russland angegriffenen Ukraine zum
Nationalfeiertag fortgesetzte Hilfe zugesichert. «Wir werden die
Ukraine weiter so lange und so umfassend wie nötig unterstützen»,
sagte Ratspräsident António Costa vor der geplanten Teilnahme an
Feierlichkeiten in der Hauptstadt Kiew am heutigen Montag. Bereits in
den vergangenen viereinhalb Kriegsjahren habe man mehr als 220
Milliarden Euro mobilisiert.

Zugleich drohte Costa Kremlchef Wladimir Putin mit neuen Sanktionen
gegen dessen Land. «Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das
Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den
Verhandlungstisch kommt», sagte der frühere portugiesische
Regierungschef. In diesem Sommer sehe man deutlicher als je zuvor,
dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre. Die bereits verhängten
beispiellosen EU-Sanktionen zeigten Wirkung.

Costa: EU-Beitritt ist beste Sicherheitsgarantie

Über den Krieg hinaus verwies Costa auf die europäische Perspektive
der Ukraine. Den angestrebten EU-Beitritt bezeichnete er als «die
beste Garantie für Sicherheit und langfristige demokratische
Stabilität für die Ukraine und für Europa insgesamt». 

Derzeit wird laut Costa das neue von den Staats- und Regierungschefs
im Dezember vereinbarte Ukraine-Unterstützungsdarlehen in Höhe von 90
Milliarden Euro umgesetzt. Mit den Mitteln würden Vorbereitungen auf
den nächsten Kriegswinter, die Beschaffung von Drohnen und die
Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung finanziert.

Mit dem Nationalfeiertag am 24. August erinnert die Ukraine an ihre
Unabhängigkeitserklärung vom 24. August 1991. Er wird erneut von dem
russischen Angriffskrieg überschattet, der vor viereinhalb Jahren am
24. Februar 2022 begann. Der ukrainische Präsident Wolodymyr
Selenskyj begrüßte bereits am Sonntag mehrere Staats- und
Regierungschefs in Kiew, die an den Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag
der Unabhängigkeit teilnehmen. Geplant ist zudem eine Videoschalte
der sogenannten Koalition der Willigen.