Bundesbank: Wero und digitalen Euro verzahnen

26.08.2026 10:24

Europa will beim Bezahlen unabhängiger von den USA werden. Ein
Angebot gibt es bereits, an einem zweiten feilen die Notenbanken. Die
beiden sollten sich keine Konkurrenz machen, mahnt die Bundesbank.

Frankfurt/Main (dpa) - Für mehr europäische Unabhängigkeit beim
digitalen Bezahlen sollten aus Sicht der Bundesbank die europäische
Paypal-Alternative Wero und der digitale Euro miteinander verzahnt
werden. «Denkbar wäre beispielsweise, den digitalen Euro in die Wero
Wallet zu integrieren», sagte Bundesbank-Vorstand Lutz Lienenkämper
in Frankfurt bei einem Symposium der Deutschen Bundesbank zum
Zahlungsverkehr. «Das könnte die Reichweite europäischer
Zahlungsangebote erhöhen und dazu beitragen, dass neue Lösungen nicht
nebeneinanderstehen, sondern nahtlos zusammenwirken.»

Wero wird von der European Payments Initiative (EPI), einem
Zusammenschluss von Banken und Zahlungsdienstleistern,
vorangetrieben. Seit Anfang Juli 2024 bietet Wero nach dem Muster des
US-Konkurrenten Paypal vor allem direkte mobile Geldzahlungen von
Mensch zu Mensch an. Inzwischen kann Wero auch bei etlichen Händlern
zum Einkaufen im Netz genutzt werden, ähnlich wie Kreditkarten, Apple
Pay, Google Pay oder andere vergleichbare Dienste.

Noch Luft nach oben bei Wero

Nach jüngsten Angaben gibt es bislang 57 Millionen registrierte
Wero-Nutzer in Belgien, Frankreich und Deutschland. An der Einführung
in den Niederlanden, Luxemburg und Österreich wird gearbeitet. Noch
habe Wero auch hierzulande das Potenzial nicht ausgeschöpft, stellte
Lienenkämper fest. «Der Markthochlauf bleibt daher eine Aufgabe, die
mit Nachdruck verfolgt werden muss.»

Braucht es zusätzlich einen digitalen Euro?

Dass die Europäische Zentralbank (EZB) parallel seit Jahren an einem
digitalen Euro als Alternative zum Bargeld arbeitet, finden Kritiker
auch angesichts der Kosten fragwürdig. Mit einem digitalen Euro
wollen die Euro-Notenbanken privaten Anbietern vor allem aus den USA
wie Paypal, Mastercard und Visa, die derzeit den Markt für digitale
Zahlungen in Europa dominieren, ein europäisches Angebot
entgegensetzen. Angepeilt ist die Einführung des digitalen Euro für
2029.

Der digitale Euro sei wichtig, sagte Lienenkämper: «Ein digitaler
Euro ist Zentralbankgeld für den digitalen Raum: allgemein
zugänglich, sicher, europäisch und mit hohem Datenschutz - als
Ergänzung zu privaten Zahlungslösungen und auch zum Bargeld, nicht
aber als deren Ersatz.»