Illegal nach Russland exportiert - Brüder verurteilt

26.08.2026 11:24

Mit Briefkastenfirmen umgingen zwei Männer EU-Sanktionen und
schickten Waren nach Russland. Jetzt wurden sie in Münster zu
mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Münster (dpa) - Wegen Verstößen gegen die Sanktionen der Europäisch
en
Union hat das Landgericht Münster zwei Männer aus Oelde zu
Haftstrafen verurteilt. Die Brüder hatten Waren nach Russland
ausgeführt und müssen deshalb jetzt in 37 Fällen voraussichtlich in
Haft. Den jüngeren der beiden (34) verurteilte das Gericht zu einer
Haftstrafe von vier Jahren und einem Monat, der Ältere (39) soll für
drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis, wie eine Gerichtssprecherin
der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. 

Das Urteil fiel bereits am 24. August und ist Teil einer
Verständigung. Es ist noch nicht rechtskräftig. Verteidigung und
Staatsanwaltschaft können Revision beim Bundesgerichtshof in
Karlsruhe einlegen. Die Männer hatten umfassend und sogar über die
Anklage hinaus Geständnisse abgelegt, was das Gericht bei den
Urteilen zugunsten der Männer auslegte und im vereinbarten unteren
Strafrahmen blieb. Das Verfahren konnte so erheblich verkürzt
werden. 

Angeklagt waren bandenmäßige Verstöße gegen das
Außenwirtschaftsgesetz. Die Männer haben nach Überzeugung des
Landgerichts als Geschäftsführer einer Firma nach dem russischen
Angriffskrieg auf die Ukraine Sanktionen der EU umgangen. Dabei ging
es um den Export von Maschinenbauteilen über Briefkastenfirmen in der
Türkei und Kirgistan in den Jahren 2023 und 2024. Die Ermittler waren
auf 65 Ausfuhren im Wert von knapp 833.000 Euro gestoßen.