Ministerin gegen EU-Pläne zur Heringsfischerei

27.08.2026 04:00

Die EU-Kommission will Fangmöglichkeiten für Hering in der westlichen
Ostsee weiter einschränken. Schleswig-Holsteins Fischereiministerin
Schmachtenberg spricht sich dagegen aus.

Kiel (dpa) - Schleswig-Holstein Landwirtschaftsministerin Cornelia
Schmachtenberg (CDU) lehnt eine weitere Absenkung der Fangquoten für
Hering in der westlichen Ostsee ab. «Ich halte es für nicht
vertretbar, die heimische Fischerei weiter einzuschränken, wenn
gleichzeitig ein erheblicher Teil der Fangmengen des westlichen
Ostseeherings außerhalb unserer Gewässer erzielt wird und weitere
Faktoren die Entwicklung der Bestände beeinflussen», so die
Ministerin. 

Dazu gehörten unter anderem auch die stark angewachsenen
Räuberpopulationen, allen voran der Kormoran. «Für mich ist deshalb
klar: Wir müssen die Bestände schützen und gleichzeitig die
Auswirkungen auf unsere kleine Küstenfischerei im Blick behalten»,
teilte Schmachtenberg mit. «Ich setze mich dafür ein, dass ihre
ohnehin bereits stark eingeschränkten Fangmöglichkeiten erhalten
bleiben und die von der Kommission vorgeschlagenen weiteren
Einschränkungen nicht 1:1 umgesetzt werden.» 

EU-Kommission will Fangmöglichkeiten für Hering einschränken 

Die EU-Kommission schlägt zum Schutz des Herings in der westlichen
Ostsee vor, die Fangmöglichkeiten stark einzuschränken. Die Bestände

seien weiter deutlich zu gering, teilte die Brüsseler Behörde mit. 

Hering darf in der an Deutschland grenzenden westlichen Ostsee
weitgehend nicht gezielt gefischt werden. Derzeit gilt aber eine
Ausnahme für Fischer, die passiv in Küstennähe Hering fangen, etwa
mit Stellnetzen. Diese Ausnahme soll nach Vorstellung der Kommission
2027 wegfallen. 

Beratungen im Oktober 

Außerdem darf eine gewisse Menge als sogenannter Beifang beim Fischen
nach anderen Arten gefangen werden. Die erlaubte Fangmenge soll sich
demnach im kommenden Jahr auf 437 Tonnen fast halbieren (2026: 788
Tonnen). 

Die Minister der Mitgliedsländer müssen sich bei ihrem Beschluss
nicht an die Empfehlungen der EU-Kommission halten. Ende Oktober
befassen sie sich mit dem aktuellen Vorschlag.