Islands Regierungschefin: EU-Ablehnung kein Rückschlag

30.08.2026 15:42

Die isländische Regierung hat dafür geworben, mit der EU wieder über

einen Beitritt zu verhandeln. Die Mehrheit der Bevölkerung sah es
beim Referendum anders. Das sagt die Regierungschefin dazu.

Reykjavík (dpa) - Die isländische Regierungschefin Kristrún
Frostadóttir sieht die Ablehnung der Wiederaufnahme von
EU-Beitrittsgesprächen durch die Mehrheit der Bevölkerung nicht als
Rückschlag. Es sei stattdessen ein «Sieg der Demokratie», sagte
Frostadóttir in Reykjavík. «Es war das Versprechen der Regierung,
dieses Referendum durchzuführen.»

In der Volksabstimmung am Samstag hatten 52,8 Prozent der
Isländerinnen und Isländer gegen die Wiederaufnahme der Gespräche
gestimmt, 47,2 waren dafür. Die Regierung hatte dafür geworben,
wieder den Kontakt zu Brüssel zu suchen. Bereits 2009 begonnene
Beitrittsverhandlungen waren nach der Parlamentswahl 2013 durch die
damalige EU-skeptische Regierung auf Eis gelegt worden.

Frostadóttir bekräftigte ihre vor dem Referendum gegebene Zusage,
sich an das Votum zu halten und die Gespräche in der aktuellen
Legislaturperiode nicht weiterzuverfolgen. Das sei keine
parteipolitische Angelegenheit, sagte sie. Die hohe Wahlbeteiligung
von über 80 Prozent sei «großartig für Island». Es sei eine
«erfolgreiche Abstimmung» gewesen. «Wir wussten, dass es knapp werden

würde», sagte sie.