Wadephul: EU muss attraktiver werden
31.08.2026 09:49
Der Außenminister betont nach dem isländischen Referendum: Die EU
müsse darüber nachdenken, wie sie anziehender werden könne. Das Ziel
der Norderweiterung sollte nicht aus dem Blick geraten.
Berlin (dpa) - Außenminister Johann Wadephul hat sein Bedauern über
die Entscheidung der Bevölkerung Islands gegen Gespräche über einen
EU-Beitritt ihres Landes geäußert. «Das wäre eine große Chance
gewesen, gemeinsam stärker zu werden», sagte der CDU-Politiker am
Morgen vor seinem Abflug nach Tunesien. «Für die Europäische Union
bedeutet das, wir müssen darüber nachdenken, wie wir attraktiver
werden können.»
Die Einwohnerinnen und Einwohner Islands hatten am Wochenende
mehrheitlich gegen eine Wiederaufnahme der Gespräche über einen
EU-Beitritt ihres Landes gestimmt. Das Ergebnis des Referendums fiel
knapp aus, wie die Auszählung ergab. Vor 13 Jahren waren die
Verhandlungen unterbrochen worden. Die Gespräche waren damals vor
allem an der Debatte um die Fischerei gescheitert - den größten und
identitätsstiftenden Wirtschaftszweig der Insel.
Wadephul: Ziel der EU-Norderweiterung nicht aus dem Blick verlieren
«Es ist nicht automatisch so, dass jeder in die Europäische Union
strebt», sagte Wadephul. «Und ich denke, das ist ein Anlass dazu, zu
schauen, wo wir besser werden können, wo wir an unserer Attraktivität
arbeiten können. Das gilt natürlich insbesondere für die
wirtschaftlichen Aussichten, die wir bieten. Ich glaube nach wie vor,
dass wir das Ziel einer Norderweiterung der Europäischen Union nicht
aus dem Blick verlieren sollten. Dazu gehört natürlich Island, aber
dazu würde dann auch Norwegen gehören.»
Wadephul reist zu Wochenbeginn nach Tunesien und anschließend nach
Algerien, um angesichts globaler Umbrüche und Instabilität die
Zusammenarbeit im Wirtschafts- und Sicherheitsbereich verstärken.
