Italien verlängert Grenzkontrollen zu Spanien
31.08.2026 12:37
Reisende aus Spanien werden bei ihrer Ankunft in Italien weiter
kontrolliert. Innenminister Piantedosi informierte seinen spanischen
Amtskollegen über die Entscheidung. Zieht Spanien nach?
Rom (dpa) - Im Streit über den Umgang mit Migranten hat Italien die
Grenzkontrollen zum EU-Partner Spanien um weitere 15 Tage verlängert.
Das Innenministerium in Rom teilte mit, die Benachrichtigung über die
Verlängerung der Kontrollen an den Luft- und Seegrenzen werde an die
EU übermittelt. Die Maßnahme war von der rechten Regierung von
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vor einem Monat nach der Ankunft
Tausender Migranten in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta
ergriffen worden.
Das Ministerium erklärte, die «Bewertungsgrundlagen, die der
Wiedereinführung der Kontrollen am vergangenen 1. August zugrunde
gelegen hatten», bestünden weiterhin. Minister Matteo Piantedosi habe
seinen spanischen Amtskollegen Fernando Grande-Marlaska über die
Verlängerung in einem «konstruktiven Telefongespräch» informiert,
hieß es aus Rom.
Spanien kontrolliert auch Einreisen aus Italien
Nach der italienischen Rückkehr zu Grenzkontrollen - wie in Zeiten
vor dem Schengen-Abkommen zum freien Reiseverkehr in Europa -
reagierte Spanien eine Woche später und kontrolliert seitdem
seinerseits Ankömmlinge aus Italien an Häfen und Flughäfen. Die
Regelung soll bis zum 7. September gelten. Ob Spanien die Kontrollen
nun auch verlängern wird, ist noch unklar.
Rom argumentierte damals, seine Grenzen müssten wegen des Andrangs
der Menschen auf Ceuta geschützt werden. Es gab keine Hinweise
darauf, dass sich von den Migranten aus Ceuta jemand auf den Weg nach
Italien gemacht hätte. Sie durften nicht einmal auf das spanische
Festland. Kritiker werteten Melonis Schritt deshalb als
innenpolitisch motivierte Symbolpolitik. Die neue rechte Partei
Futuro Nazionale setzt ihre Regierung zunehmend unter Druck.
