Italien und Spanien verlängern gegenseitige Grenzkontrollen
31.08.2026 15:03
Reisende zwischen Spanien und Italien müssen sich weiter auf
Grenzkontrollen einstellen. Italien verlängert die umstrittene
Maßnahme wegen der Ceuta-Krise erneut und Madrid zieht umgehend nach.
Rom/Madrid (dpa) - Reisende zwischen Italien und Spanien müssen
weiter mit stichprobenartigen Grenzkontrollen zwischen den beiden
EU-Ländern rechnen. Nachdem Italien die Maßnahme im Streit über den
Umgang mit Migranten erneut um weitere 15 Tage verlängert hatte, zog
Spanien umgehend nach.
Das Innenministerium in Rom teilte mit, die Benachrichtigung über die
Verlängerung der Kontrollen an den Luft- und Seegrenzen werde an die
EU übermittelt. Die Maßnahme war von der rechten Regierung von
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vor einem Monat nach der Ankunft
Tausender Migranten in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta
ergriffen worden.
Das spanische Innenministerium in Madrid teilte kurz nach der
Verlängerungsankündigung durch Italien auf Anfrage mit, die
Grenzkontrollen für Reisende aus Italien würden ebenfalls um 15 Tage
ab dem kommenden 7. September aufrechterhalten. An dem Tag läuft die
einmonatige Frist ab, die Spanien als Reaktion auf die Einführung der
Grenzkontrollen Italiens am 1. August festgelegt hatte. Die
spanischen Kontrollen werden also voraussichtlich mindestens bis zum
22. September andauern.
Kritiker werfen Meloni «Symbolpolitik» vor
Das italienische Innenministerium erklärte, die
«Bewertungsgrundlagen, die der Wiedereinführung der Kontrollen
zugrunde gelegen hatten», bestünden weiterhin. Rom argumentierte bei
der Einführung der Grenzkontrollen damals, seine Grenzen müssten
wegen des Andrangs der Menschen auf Ceuta geschützt werden.
Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass sich von den Migranten aus
Ceuta jemand auf den Weg nach Italien gemacht hätte. Sie durften
nicht einmal auf das spanische Festland. Kritiker werteten Melonis
Schritt deshalb als innenpolitisch motivierte Symbolpolitik. Die neue
rechte Partei Futuro Nazionale setzt ihre Regierung zunehmend unter
Druck.
