EU: Verteidigungs- und Außenminister beraten in Irland
31.08.2026 17:30
Die Zahl der großen ungelösten Konflikte und Kriege ist über den
Sommer nicht kleiner geworden. In Irland kommen nun die
Verteidigungs- und Außenminister der EU-Staaten zu Beratungen
zusammen.
Wicklow (dpa) - Die Verteidigungsminister der EU-Staaten wollen an
diesem Dienstag bei einem informellen Treffen in Irland über die
weitere militärische Unterstützung der Ukraine beraten. Im
Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die ukrainische
Luftverteidigung angesichts der zuletzt noch einmal verschärften
russischen Angriffe gestärkt werden kann. Erwartet wird, dass
insbesondere jene Staaten zu zusätzlichen Beiträgen gedrängt werden,
die bislang vergleichsweise wenige Flugabwehrsysteme oder
Abfangraketen zur Verfügung gestellt haben.
Weitere Themen sind die Bedeutung des Weltraums für die europäische
Verteidigung, eine geplante neue Mission zur Stärkung der
libanesischen Streit- und Sicherheitskräfte sowie die maritime
Sicherheit. Dabei soll es auch um den Schutz kritischer
Unterwasserinfrastruktur und ein schärferes Vorgehen gegen die
russische Schattenflotte gehen.
Außenminister reisen ebenfalls nach Wicklow
Bei einem am Abend beginnenden informellen Treffen der
EU-Außenminister soll ebenfalls die weitere Unterstützung der Ukraine
eine zentrale Rolle spielen. Konkret geht es neben der
Luftverteidigung um die Vorbereitung auf den kommenden Winter und den
Schutz der Energieversorgung, um ukrainische Getreideexporte sowie um
die Finanzierung weiterer Hilfen und die mögliche Nutzung
eingefrorener russischer Vermögenswerte.
Zu den Ukraine-Beratungen werden am Mittwoch auch die Außenminister
Großbritanniens, Kanadas, Norwegens, Islands und der Schweiz sowie
der ukrainische Außenminister erwartet. Weitere Themen sind die
russischen Hybridaktivitäten in Europa und die Frage, wie die EU ihre
Außenpolitik schlagkräftiger machen kann. Die EU-Außenbeauftragte
Kaja Kallas sowie Vertreter der Mitgliedstaaten wollen dazu erste
Vorschläge präsentieren.
Zudem soll es danach um die Lage im Nahen Osten gehen. Dabei wird es
vor allem um den Iran und die Straße von Hormus, den Libanon sowie
den festgefahrenen Friedensprozess zwischen Israelis und
Palästinensern gehen.
Aus Deutschland werden Verteidigungsstaatssekretär Sebastian Hartmann
und Außenminister Johann Wadephul zu den EU-Treffen erwartet.
