Klimawandel trifft Europa - Umweltagentur mahnt Handeln an
01.09.2026 05:00
Ob wenig Wasser im Rhein, Ernteausfälle in Europa oder Flut im
Himalaya: Die Folgen des Klimawandels seien heftig und unübersehbar,
warnt die Chefin der Europäischen Umweltagentur. Was helfen könnte.
Kopenhagen/Brüssel (dpa) - Zu wenig Wasser im Rhein, Rekordhitze,
große Waldbrände: Angesichts drastischer Folgen des Klimawandels
wirbt die Chefin der Europäischen Umweltagentur für entschiedenes
Handeln.
«Dieser Sommer hat uns wirklich auf anschaulichste Weise vor Augen
geführt, womit wir in Europa konfrontiert sind», sagte Leena
Ylä-Mononen, die Exekutivdirektorin der Europäischen Umweltagentur
(EEA), der Deutschen Presse-Agentur und anderen Mitgliedern des
Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom (enr) in Brüssel.
Als Beispiele in Europa nannte sie unter anderem die Ernteausfälle in
der Landwirtschaft durch Hitze und Dürre, das Niedrigwasser in Rhein
und Donau, Engpässe bei Kühlwasser und gesundheitliche Folgen durch
die Hitze. Massive Auswirkungen seien auch anderswo sichtbar, etwa
die Sturzflut im Himalaya-Gebiet: «Der Klimawandel ist da, und er hat
schwerwiegende Folgen.»
Viele Schäden wären vermeidbar
«Jede dieser Störungen in den Bereichen Energie, Verkehr und
Nahrungsmittelproduktion war vorhersehbar, und ein Großteil der
Schäden wäre mit den richtigen Investitionen tatsächlich vermeidbar
gewesen», sagte Ylä-Mononen über die Extremereignisse in Europa. Es
sei dringend notwendig, einerseits die CO?-Emissionen und
Treibhausgasemissionen weiter zu senken und sich andererseits an die
Folgen des Klimawandels anzupassen.
Da es bei vielen Maßnahmen einige Jahre dauern werde, sie umzusetzen,
müsse man entsprechend weit denken - an die nächsten 10, 20 oder gar
50 Jahre. Kurzfristig könnten etwa Klimaanlagen eine wichtige Hilfe
sein für Menschen, die ihr Haus nicht verlassen können, in dem die
Hitze aber unerträglich sei. Das gelte auch für Institutionen wie
Seniorenheime, Schulen und Krankenhäuser. Gleichzeitig wisse man,
dass sie mehr Energie verbrauchen.
Was in Städten helfen kann
Je nach Ort brauche es unterschiedliche Lösungen - bewährt habe sich
aber etwa gegen die Hitze, dass Städte wie Madrid begrünt werden. In
Kopenhagen beispielsweise seien grüne Flächen geschaffen worden, die
Wasser aufnehmen könnten und so bei starkem Regen Überflutungen
verhindern können («Schwammstadt»).
Die Europäische Umweltagentur stellt Informationen über die Umwelt in
Europa bereit und analysiert die Daten. Sie unterstützt die EU und
ihre Mitgliedstaaten bei deren Umwelt- und Klimapolitik.
