Kallas nennt Russland in Zusammenhang mit Sprengstoff-Drohne

01.09.2026 11:50

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sieht Hinweise auf eine russische
Verwicklung in den Sprengstoff-Drohnen-Fund am Leipziger Flughafen.
Muss die EU reagieren?

Wicklow (dpa) - Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas
deutet vieles darauf hin, dass Russland etwas mit der am Leipziger
Flughafen gefundenen Sprengstoff-Drohne zu tun hat. Sie stelle diese
Verbindung her, aber es sei letztlich an den Deutschen zu sagen, was
hinter dem Vorfall stecke, sagte sie am Rande eines
EU-Verteidigungsministertreffens. Dann könne auch darüber gesprochen
werden, was die EU zusätzlich tun könne.

Kallas sagte, man sehe auch in anderen Ländern, dass die Russen immer
stärker provozierten. Es stelle sich also die Frage, was man dagegen
tue, um sie davon abzuschrecken, noch weiterzugehen.

Bundesregierung hat sich bislang nicht geäußert

Die Bundesregierung hat sich öffentlich bislang nicht dazu geäußert,

was Ermittler bislang zu dem Fund der Sprengstoff-Drohne
herausgefunden haben. Die Bekanntgabe von Informationen wird aber in
Kürze erwartet. Der mit Sprengstoff präparierte Flugkörper war am
Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens zwischen
ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft
sprach von einem «schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und
Logistikinfrastruktur in Deutschland». Ermittelt wird wegen des
Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und
des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Der deutsche Verteidigungsstaatssekretär Sebastian Hartmann sagte zu
einer möglichen Reaktion der EU: «Ohne jetzt einzelnen Schritten
vorzugreifen, ist es ein europäisches Interesse, deutlich zu machen,
dass wir diese hybride kriegerische Auseinandersetzung wahrnehmen und
das Einwirken in unsere Gesellschaft.» Als Handlungsmöglichkeiten
nannte Hartmann EU-Sanktionen und ein noch schärferes Vorgehen gegen
die russische Schattenflotte. Über diese versucht Moskau seit Jahren,
einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten
Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen.