EU-Kommissarin Kos warnt Serbien vor Ehrungen für Mladic

01.09.2026 13:44

Eine Brüsseler Spitzenbeamtin hat eine klare Botschaft für Belgrad:
Mit der Ehrung eines Kriegsverbrechers wie Mladic setze Serien den
EU-Beitritt aufs Spiel, meint EU-Erweiterungskommissarin Kos.

Bled (dpa) - EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos hat Serbien
indirekt davor gewarnt, für den in der Haft gestorbenen
Kriegsverbrecher Ratko Mladic ein Begräbnis mit staatlichen oder
militärischen Ehren auszurichten. «Die Glorifizierung von
Kriegsverbrechern hat keinen Platz weder in EU-Mitgliedsländern noch
in Kandidatenländern», sagte sie beim «Strategischen Forum» im
slowenischen Alpen-Resort Bled. «Ich hoffe, die Regierung in Belgrad
ist sich im Klaren darüber, was auf dem Spiel steht.»

Mladic war am vergangenen Donnerstag im Alter von 84 Jahren in einem
Gefängniskrankenhaus in Den Haag gestorben. Ein internationales
Gericht hatte ihn wegen Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg (1992-1995)
zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Unter anderem wies
es ihm die Schuld am Massaker von Srebrenica im Juli 1995 nach, bei
dem bosnisch-serbische Milizen unter seinem Kommando mehr als 8.000
Menschen, hauptsächlich Männer und männliche Jugendliche, getötet
hatten. 

Mladic war bosnischer Serbe, erhielt aber seinen Sold und später
seine Rente von der Armee des Staates Serbien. Nach seinem Tod hatte
ein serbischer Minister in Aussicht gestellt, dass er ein
Staatsbegräbnis in Belgrad erhalten könnte. Ein Termin für die
Beisetzung steht noch nicht fest.

Serbien verhandelt seit 2014 über einen EU-Beitritt. Unter seinem
teilweise autoritär regierenden Präsidenten Aleksandar Vucic sind
dabei seit Jahren keine Fortschritte zu verzeichnen. In Hinblick auf
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit soll sich die Lage Beobachtern
zufolge sogar verschlechtert haben.