Bertelsmann schließt BMG-Fusion mit Concord ab
01.09.2026 16:39
Mit der Fusion von BMG und Concord wächst Bertelsmanns Musikgeschäft
rasant. Der Zusammenschluss ist eine der größten Transaktionen in der
Geschichte des Medienkonzerns.
Gütersloh (dpa) - Der Medienkonzern Bertelsmann hat die
Zusammenführung seiner Musiktochter BMG mit dem US-Musikunternehmen
Concord abgeschlossen. Die zuständigen Wettbewerbsbehörden hätten dem
Geschäft zugestimmt, teilte Bertelsmann mit. Das gemeinsame
Unternehmen startet zum 1. September unter dem Namen BMG.
Bertelsmann hält wie angekündigt 67 Prozent der Anteile und nimmt das
Unternehmen damit vollständig in seine Bilanz auf. Die bisherigen
Concord-Eigentümer halten 33 Prozent. Ihre Anteile werden von dem
Vermögensverwalter Great Mountain Partners (GMP) verwaltet.
Das neue BMG kommt den Angaben zufolge 2026 auf einen
Pro-forma-Jahresumsatz von 2,2 Milliarden US-Dollar und ein
bereinigtes operatives Ergebnis von 730 Millionen Dollar. Weltweiter
Hauptsitz wird Nashville im US-Bundesstaat Tennessee, der europäische
Hauptsitz ist Berlin.
Eine der größten Transaktionen bei Bertelsmann
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe bezeichnete den Zusammenschluss als
«eine der größten Transaktionen unserer Unternehmensgeschichte».
Bertelsmann und GMP hatten ihre Pläne Ende April bekanntgegeben.
Damals war der Abschluss noch für das vierte Quartal 2026 erwartet
worden.
Chef des neuen BMG wird der bisherige Concord-CEO Bob Valentine. Den
Vorsitz des Verwaltungsrats übernimmt Thomas Coesfeld, ein Enkel des
2009 gestorbenen Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn. Der frühere
BMG-Chef soll zum Jahreswechsel Thomas Rabe an der Spitze von
Bertelsmann ablösen.
Bertelsmann hatte bei der Ankündigung des Geschäfts im April erklärt,
durch den Zusammenschluss unter anderem Doppelstrukturen abbauen zu
wollen. Zudem seien gemeinsame Investitionen etwa in IT und
Künstliche Intelligenz sowie eine stärkere Vermarktung der
Musikkataloge geplant.
Große Deals treiben Wachstum
Die Zusammenführung von BMG und Concord ist neben der Übernahme von
Sky Deutschland durch die Bertelsmann-Tochter RTL eines der großen
Geschäfte des Konzerns in diesem Jahr. Würden Sky und das neue BMG
bereits für ein komplettes Jahr in die Bilanz einfließen, käme
Bertelsmann nach Angaben von Konzernchef Rabe auf einen Umsatz von
rund 22 Milliarden Euro. 2025 waren es 19 Milliarden Euro.
Mittelfristig strebt Bertelsmann einen Umsatz von 24 Milliarden Euro
an. Rabe hatte der Deutschen Presse-Agentur zuletzt gesagt, diese
Marke sei «absolut erreichbar». Weitere Zukäufe seien in mehreren
Geschäftsbereichen denkbar.
