EU: Außenminister beraten zu Sprengstoff-Drohne in Leipzig

01.09.2026 19:58

Die Bundesregierung hat öffentlich gemacht, wen sie für die
Sprengstoff-Drohne auf dem Leipziger Flughafen verantwortlichen
macht. Nun gibt es Beratungen auf EU-Ebene.

Wicklow (dpa) - Der deutsche Außenminister Johann Wadephul will an
diesem Mittwoch seine EU-Kollegen über die bisherigen Erkenntnisse
zum mutmaßlichen russischen Anschlagsversuch am Flughafen
Leipzig/Halle informieren. Nach Angaben von EU-Diplomaten wird
erwartet, dass es dann auch erste Beratungen zu einer möglichen
europäischen Reaktion geben wird. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas
sagte am Dienstag, man sehe auch in anderen Ländern, dass die Russen
immer stärker provozierten. Es stelle sich also die Frage, wie man
sie davon abschrecken könne, noch weiterzugehen.

Die Gespräche sollen bei einem informellen EU-Außenministertreffen in
Irland geführt werden. Bei diesem wird zudem auch die weitere
Unterstützung der Ukraine eine zentrale Rolle spielen. Konkret geht
es neben der Luftverteidigung um die Vorbereitung auf den kommenden
Winter und den Schutz der Energieversorgung, um ukrainische
Getreideexporte sowie um die Finanzierung weiterer Hilfen und die
mögliche Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte.

Zu den Ukraine-Beratungen werden auch die Außenminister
Großbritanniens, Kanadas, Norwegens, Islands und der Schweiz sowie
der ukrainische Außenminister erwartet. 

Ein weiteres Thema des Treffens ist die Frage, wie die EU ihre
Außenpolitik schlagkräftiger machen kann. Zudem soll es um den
Iran-Krieg und die Straße von Hormus, den Libanon sowie den
festgefahrenen Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern
gehen.