Wadephul kontert Putin-Vorwürfe zu Strafkatalog wegen Drohne
02.09.2026 11:28
Russlands Präsident wirft der Bundesregierung im Zusammenhang mit der
Sprengstoffdrohne von Leipzig Beweisfälschung aus Wahltaktik vor. Der
Bundesaußenminister erhält viel europäische Solidarität.
Wicklow (dpa) - Außenminister Johann Wadephul weist Vorwürfe von
Russlands Präsident Wladimir Putin zurück, Deutschland habe im
Zusammenhang mit dem Strafkatalog gegen Moskau wegen einer
Sprengstoffdrohne in Leipzig aus wahltaktischen Gründen Beweise
gefälscht. «Das Gegenteil ist richtig», sagte der CDU-Politiker am
Rande eines informellen Treffens der EU-Außenminister im irischen
Wicklow in der Nähe von Dublin. «Wenn man wahltaktisch gedacht hätte,
hätte man das vielleicht vermieden, weil es natürlich gerade in den
Wahlkämpfen in Ostdeutschland zu vielen Diskussionen führt», ergänz
te
er.
Im Kreis der EU-Kolleginnen und -Kollegen habe er sehr viel
Unterstützung für die Maßnahmen erfahren, sagte Wadephul. Wie in
Deutschland würden auch in zahlreichen anderen Ländern die russischen
Botschafter einbestellt. Unter anderem haben Frankreich, die
Niederlande und Finnland russische Vertreter in ihren Ländern
einbestellt. Der Bundesaußenminister ergänzte, es habe zudem viele
Erklärungen auf Ebene der Staats- und Regierungschefs gegeben. «Also
man sieht: Wir stehen geschlossen zusammen.»
Putin hatte die deutschen Strafmaßnahmen einen «schweren Fehler»
genannt und von Beweisfälschung gesprochen. Das Außenministerium in
Moskau kündigte Gegenmaßnahmen an.
Wadephul: Fundiertes Urteil, angemessene Reaktion
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Wadephul haben
Russland verantwortlich für den Drohnenvorfall gemacht und
Konsequenzen angekündigt. Dazu gehören die Schließung des russischen
Generalkonsulats in Bonn sowie die damit verbundene Ausweisung einer
mittleren zweistelligen Zahl von Diplomaten sowie die Schließung des
Russischen Hauses in Berlin.
Wadephul sprach vor den Beratungen mit den EU-Kolleginnen und
-Kollegen von einer notwendigen und angemessenen Reaktion. «Wir haben
uns fundiert eine Meinung und ein Urteil gebildet und haben daraus
die Konsequenzen gezogen». Russland habe eskaliert und den hybriden
Angriff vorgetragen. «Und Russland muss jetzt mit diesen Konsequenzen
leben.» Der Minister wiederholte die Bereitschaft, «auch mit Russland
wieder vernünftig zu reden». Es sei aber an Russland, zu zeigen, dass
es dazu bereit sei.
