EU genehmigt deutsche Milliarden für Gaskraftwerke

02.09.2026 12:14

In Deutschland sollen zahlreiche neue Gaskraftwerke entstehen. Dafür
darf die Bundesrepublik viel Geld in die Hand nehmen.

Brüssel/Berlin (dpa) - Deutschland darf ab 2031 den Bau neuer
Gaskraftwerke mit einem Milliardenpaket fördern. Die EU-Kommission
gab grünes Licht für die geplante Unterstützung mit bis zu 35
Milliarden Euro. 

In Deutschland sollen in den nächsten fünf Jahren zahlreiche neue
Gaskraftwerke gebaut werden - das war bereits beschlossen worden. Nur
die Genehmigung der EU-Kommission stand noch aus. Bezahlt werden soll
dies von allen Stromnutzern über eine neue Umlage ab 2031. Um wie
viel der Strom deshalb dann teurer wird, ist offen.

Die EU-Kommission begründete ihre Zustimmung damit, dass die Maßnahme
für die Versorgungssicherheit notwendig sei und die Höhe der
Förderung dem tatsächlichen Bedarf entspreche. Wichtig sei zudem,
dass die Fördergelder in einem fairen, diskriminierungsfreien
Verfahren vergeben würden. Die Auswirkungen auf den Wettbewerb in der
EU blieben dadurch begrenzt. 

Anlagen sollen «klimaneutral» arbeiten können

Es geht um insgesamt 11 Gigawatt neuer Kapazitäten, die spätestens
Ende 2031 am Netz sein sollen. Kraftwerksbetreiber können sich in
einer Auktion darum bewerben. Die neuen Anlagen sollen zunächst
Erdgas verbrennen, wobei klimaschädliche Gase entstehen. Spätestens
2045 sollen die Gaskraftwerke dann aber «klimaneutral» mit
Wasserstoff laufen. Dafür sollen sie schon beim Bau ausgelegt sein. 

Die Kraftwerke sollen helfen, mögliche Lücken in der Stromversorgung
ab 2031 zu vermeiden und einspringen, wenn zu wenig Wind- und
Sonnenenergie erzeugt werden. Dafür soll ab 2032 ein sogenannter
Kapazitätsmarkt entstehen. Das heißt, Kraftwerksbetreiber werden
dafür bezahlt, dass sie Kapazitäten vorhalten, die gerade nicht
gebraucht werden. 

Das plant Deutschland außerdem

Daneben soll der Ökostromausbau weitergehen. Bis 2030 sollen
mindestens 80 Prozent des Stroms aus Wind, Sonne und anderen
erneuerbaren Energien kommen. Bis 2038 soll Deutschland aus der
Stromerzeugung mit Kohle aussteigen. 

In der EU gelten strenge Regeln, wenn ein Staat heimische Unternehmen
mit Finanzspritzen unterstützen möchte. Damit soll verhindert werden,
dass beispielsweise ein finanzstarkes Land wie Deutschland seinen
Firmen einen unverhältnismäßigen Vorteil verschafft und so etwa
Konkurrenz aus dem Markt gedrängt wird. Deswegen müssen Vorhaben wie

die nun genehmigten von der EU-Kommission geprüft und freigegeben
werden.