Umfrage: Unternehmen möchten härtere EU-Politik gegen China

03.09.2026 11:04

Vor allem die Industrie spürt Chinas Konkurrenz. Das gilt aber nicht
für alle Firmen.

Berlin (dpa) - Viele deutsche Unternehmen fordern einer DIHK-Umfrage
zufolge eine härtere europäische Handelspolitik gegen China. 55
Prozent der befragten Unternehmen wollen das sogar, wenn diese
Politik ihnen selbst schaden würde, wie eine Umfrage der Deutschen
Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter 1.300 Unternehmen
verschiedener Branchen zeigt.

Der Wettbewerb mit China setzt deutsche Unternehmen zunehmend unter
Druck. 66 Prozent der befragten Firmen spüren demnach wachsende
Konkurrenz aus China - 35 Prozent empfinden den Druck als stark bis
sehr stark.

Wer die Konkurrenz Chinas kaum spürt

Bei den Unternehmen ohne direktes China-Geschäft ist das anders: Mehr
als sechs von zehn dieser Betriebe nehmen keine wachsende chinesische
Konkurrenz wahr. Demnach sehen viele Unternehmen hierzulande Produkte
aus China auf dem deutschen Markt nicht als zunehmend
konkurrenzfähig.

Das gilt der Befragung zufolge nicht für die Industrie. Hier geraten
83 Prozent der Unternehmen immer stärker in Wettbewerb mit
chinesischer Konkurrenz. «Mehr Konkurrenz bedeutet nicht automatisch
weniger China-Geschäft. Für die Unternehmen geht es darum, sich zu
behaupten und zugleich dort weiter zusammenzuarbeiten, wo es
wirtschaftlich sinnvoll ist», sagt DIHK-Chefanalyst Volker Treier.

Abhängigkeit von China abbauen

Doch nur 25 Prozent der befragten Unternehmen wollen, dass die EU
Handels- und Investitionshürden gegenüber China abbaut. Eine Mehrheit
fordert von Brüssel, Europa unabhängiger vom asiatischen
Exportweltmeister zu machen. Die populärste aller abgefragten
politischen Maßnahmen war ein geschlossenes außenwirtschaftliches
Auftreten der EU (67 Prozent). 

Außerdem setzen die Betriebe auf mehr Innovation. 60 Prozent
entwickeln neue Produkte gegen den Wettbewerbsdruck, 50 Prozent
senken ihre Kosten, 39 Prozent suchen neue Absatzmärkte. «Die
Unternehmen ergeben sich nicht ihrem Schicksal», sagt Treier.