Wie geht es mit dem Russischen Haus in Berlin weiter?
03.09.2026 11:55
Russlands umstrittenes Kulturzentrum wird nicht sofort die Türen
schließen - die Rechtslage ist anders. Doch das aus Moskau entsandte
Personal muss schnell packen.
Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will das staatliche russische
Kulturzentrum in Berlin, das Russische Haus, schließen. Doch der
Vertragslage nach wird die Arbeit erst Mitte 2027 auslaufen. Mit der
Schließung reagiert Deutschland auf den versuchten
Sprengstoffanschlag mit Drohnen am Flughafen Leipzig/Halle von Anfang
August. Er wird russischen Geheimdiensten zugeschrieben. Moskau weist
den Vorwurf zurück und hat seinerseits die Schließung der drei
deutschen Goethe-Institute in Russland angekündigt.
Grundlage der Arbeit dieser Kulturinstitute war ein
deutsch-russisches Abkommen von 2011. Dieses sah eine
Kündigungsmöglichkeit zum Juli 2027 vor. «Diese Kündigung haben wir
jetzt ausgesprochen», sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.
Betrieben wird das Russische Haus in der Friedrichstraße von der
staatlichen russischen Agentur für kulturelle Zusammenarbeit
(Rossotrudnitschestwo). Wegen des Ukraine-Krieges hat die EU die
Agentur 2022 auf ihre Sanktionsliste gesetzt.
Entsandte Mitarbeiter müssen ausreisen
Anfang September beendete das Russische Haus seine Sommerpause. Es
lädt auf seiner Website zu Filmvorführungen und Ausstellungen ein.
Neue Sprachkurse beginnen. Doch die Bundesregierung will den Betrieb
schon vor Juli 2027 einschränken. Deshalb würden alle Mitarbeiter,
die aus Russland entsandt seien, zur Ausreise aufgefordert - genau
wie das Personal des russischen Generalkonsulats aus Bonn. Dieses
muss zum 18. September schließen. Die russische Botschaft bestätigte
diese Aufforderung.
Auch nach dem Ende des Kulturzentrums bleibt das große Haus mitten in
Berlin in russischem Staatsbesitz. Das sieht ein bilaterales Abkommen
von 2013 vor, das eine Laufzeit von 99 Jahren hat.
