EU-Staaten: Neue Bearbeitungsgebühr für billige Online-Ware
03.09.2026 14:49
Milliarden günstige Produkte aus China kommen in der EU an. Ab
November soll das für Online-Händler teurer werden. Das Vorhaben hat
eine weitere Hürde genommen.
Brüssel (dpa) - Im Kampf gegen die massenhafte Einfuhr von
Billigprodukten in die EU soll eine Bearbeitungsgebühr für kleine
Pakete fällig werden. Ab 1. November soll die neue Abgabe für im
Internet bestellte und in die EU eingeführte Produkte gelten und von
den nationalen Behörden erhoben werden, wie die EU-Mitgliedstaaten
mitteilten. Darauf hatten sich Unterhändler des Europaparlaments und
der EU-Länder im März verständigt. Das Parlament muss nun noch
formell zustimmen, damit dies in Kraft treten kann.
Die EU-Kommission muss noch die Höhe der Gebühr festlegen. Für die
Zahlung sind nach Angaben der EU-Staaten die
Online-Handelsplattformen zuständig - nicht etwa die Endverbraucher
in Europa.
Milliarden Pakete kommen aus China an
Die neuen Regeln dürften etwa Online-Händler wie Shein, Temu,
AliExpress oder auch Amazon betreffen. Die Abgabe soll die steigenden
Kosten durch die wachsende Zahl kleiner Sendungen aus dem
Online-Handel decken, etwa die Sichtung und Kontrolle bei der
Einfuhr.
Im Jahr 2025 wickelten die europäischen Zollämter nach Angaben der
EU-Staaten rund sechs Milliarden Pakete von Onlinehändlern ab. 90
Prozent davon seien aus China in die EU gelangt.
Zoll seit Juli auch auf billige Ware
Seit Juli wird unabhängig davon auch auf günstige Waren aus dem
Ausland Zoll fällig. Pro Warengruppe in der Sendung werden pauschal
drei Euro berechnet. Dafür sind eigentlich die Verkäufer oder
Importeure verantwortlich. Manche Händler reichen die Zollpauschale
aber an Verbraucher weiter, die nun mehr zahlen müssen.
Europaweite Daten, wie sich die Paketzahlen seitdem verändert haben,
liegen noch nicht vor. In Frankreich sank die Einfuhr kleiner Pakete
seit Juli um bis zu 40 Prozent, wie das französische
Wirtschaftsministerium Ende August mitteilte.
Die neue Bearbeitungsgebühr, die nun von den EU-Staaten bestätigt
wurde, ist Teil einer größeren Zollreform. Weitere Maßnahmen sollen
dafür sorgen, den globalen Handel zu erleichtern, Zölle effizienter
zu erheben und die Kontrollen von nicht konformen, gefährlichen oder
unsicheren Waren zu verschärfen, wie die EU-Länder mitteilten. Unter
anderem entsteht eine neue EU-Zollbehörde, die 2027 in Lille ihre
Arbeit aufnehmen soll.
