Dobrindt berät in Kopenhagen über Abschiebezentren
03.09.2026 17:30
Seit Jahren wird in der EU auch auf deutsche Initiative über
sogenannte Return Hubs diskutiert - also über Abschiebezentren in
Drittstaaten. Ein Treffen in Dänemark soll die Pläne vorantreiben.
Kopenhagen (dpa) - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) berät
an diesem Freitag in Kopenhagen über die Umsetzung von
Abschiebezentren außerhalb der Europäischen Union. Die
Bundesregierung strebe gemeinsam mit Österreich, Dänemark,
Niederlande und Griechenland die Einrichtung von sogenannten Return
Hubs in Drittstaaten an und sei hierzu in ersten Gesprächen mit
möglichen Partnerländern, sagte eine Sprecherin seines Ministeriums.
Aufgrund der im Sinne einer vertrauensvollen Zusammenarbeit gebotenen
Vertraulichkeit werde man mögliche Partnerstaaten allerdings nicht
vorab benennen.
Gastgeber des Treffens ist der dänische Minister für Migration und
Integration, Morten Bødskov. Bei dem Treffen in der dänischen
Hauptstadt soll es nach Angaben der dortigen Regierung um konkrete
Schritte hin zu einer Vereinbarung mit einem Partnerland gehen. Die
EU-Kommission nimmt an den Treffen nach dänischen Angaben in
beobachtender Rolle teil.
In die geplanten Abschiebezentren sollen vollziehbar
ausreisepflichtige Personen kommen, die nicht in ihre Herkunftsländer
zurückgebracht werden können - etwa, weil das Heimatland sich
weigert, sie zurückzunehmen. Deutschland treibt das Vorhaben bereits
seit längerem gemeinsam mit den Ländern der Arbeitsgruppe voran. Noch
in diesem Jahr sollen konkrete Vereinbarungen mit Drittstaaten
getroffen werden, hatte Dobrindt zuletzt gesagt.
Über mögliche «Return Hubs» wird seit Jahren diskutiert, sie sind
höchst umstritten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty
International befürchtet etwa mögliche Menschenrechtsverletzungen in
den Abschiebezentren und warnt vor Vereinbarungen mit konfliktreichen
und politisch instabilen Ländern.
