«Attentäter-Fanszene» auf TikTok - EU-Kommission eingebunden
04.09.2026 04:00
Wie leicht gelangen Minderjährige auf TikTok an Inhalte, die
Amokläufe verherrlichen? Fachleute für Jugendmedienschutz fordern
entschiedeneres Handeln der Plattform.
Stuttgart (dpa) - Manche Inhalte zu Amokläufen oder Attentaten auf
TikTok verstoßen womöglich gegen Jugendschutzrecht - die
baden-württembergische Medienaufsicht hat daher die EU-Kommission
eingeschaltet. Konkret geht es um die sogenannte Attentäter-Fanszene,
die Amokläufer und Attentäter in sozialen Netzwerken feiert, ihre
Taten verherrlicht, verharmlost oder billigt.
In einer Schwerpunktanalyse kommt die Landesanstalt für Kommunikation
Baden-Württemberg (LFK) in Stuttgart zu dem Schluss, dass
Minderjährige auf TikTok leicht solche Angebote angezeigt bekommen
können. Die Plattform äußerte sich auf Anfrage der Deutschen
Presse-Agentur zunächst nicht dazu.
Medienanstalt hofft auf schnelle Reaktion
Ihre Erkenntnisse hat die LFK den Behörden auf europäischer Ebene
übergeben, damit die EU-Kommission mögliche Verstöße prüfen und i
n
Verfahren gegen TikTok einbinden kann. «Die LFK geht nun davon aus,
dass die EU-Kommission die Risikominimierungsmaßnahmen von TikTok
möglichst schnell einer umfassenden Wirksamkeitsprüfung unterziehen
und anschließend mit der gebotenen Eile gegen etwaige Verstöße
vorgehen wird», hieß es.
Unabhängig davon, ob die Plattform gegen geltendes EU-Recht verstößt,
stehe für die Fachleute fest, «dass TikTok seine Bemühungen, die
Attentäter-Fanszene einzudämmen, deutlich intensivieren muss», teilte
die LFK mit.
