Demonstration für das Russische Haus in Berlin
04.09.2026 19:24
Das Russische Haus befindet sich im Herzen Berlins und soll vorzeitig
geschlossen werden. Am Freitag demonstrierten mehrere hundert
Menschen dagegen.
Berlin (dpa/bb) - Nach der Ankündigung zur Schließung des Russischen
Hauses in Berlin haben einige hundert Menschen für den Erhalt
demonstriert. Sie versammelten sich am Abend in der Friedrichstraße
an dem großen Bau, in dem unter anderem ein staatliches russisches
Kulturzentrum sitzt.
Auf den Transparenten stand unter anderem: «Stoppt den Krieg gegen
Russland». Oder: «Krieg ist ein Geschäft» und «Frieden jetzt».
Viele der überwiegend älteren Demonstranten schwenkten Fahnen von der
DKP, dem BSW oder mit der Friedenstaube. Die Demo war vom BSW
angekündigt und angemeldet worden.
Gegenprotest 100 Meter weiter
Etwa 100 Meter weiter hatte sich eine Gegendemo formiert. Einige
Dutzend Menschen protestierten mit ukrainischen Fahnen. Auf einem
Plakat stand: «Putin ist ein Mörder.» Bei dieser Kundgebung sprach
auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Bettina
Jarasch, und rief zur Solidarität mit der Ukraine auf.
Nach der Vertragslage wird die Nutzung des Hauses erst Mitte 2027
auslaufen. Doch die Bundesregierung will den Betrieb schon vorher
einschränken. Deshalb werden alle aus Russland entsandten Mitarbeiter
zur Ausreise aufgefordert - ebenso wie das Personal des russischen
Generalkonsulats in Bonn, das am 18. September schließt. Auch nach
dem Ende des Kulturzentrums bleibt das große Haus in russischem
Staatsbesitz.
Mit der Schließung reagiert Deutschland auf den versuchten
Sprengstoffanschlag mit Drohnen am Flughafen Leipzig/Halle von Anfang
August. Er wird russischen Geheimdiensten zugeschrieben. Moskau weist
den Vorwurf zurück und hat seinerseits die Schließung der drei
deutschen Goethe-Institute in Russland angekündigt.
Betrieben wird das Russische Haus von der staatlichen russischen
Agentur für kulturelle Zusammenarbeit (Rossotrudnitschestwo). Wegen
des Ukraine-Krieges hat die EU die Agentur 2022 auf ihre
Sanktionsliste gesetzt.
