Von der Leyen trifft zu brisantem Besuch in Grönland ein
06.09.2026 18:41
US-Präsident Donald Trump macht keine Anstalten, seine Ansprüche auf
Grönland aufzugeben. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
will nun mit einem Besuch ein Zeichen setzen.
Nuuk (dpa) - Die EU will ihre Zusammenarbeit mit Grönland ungeachtet
der Kontrollansprüche von US-Präsident Donald Trump ausbauen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen traf am Sonntag zu
einem zweitägigen Besuch auf der rohstoffreichen Arktisinsel ein.
Dort soll an diesem Montag auch eine neue EU-Grönland-Erklärung
unterzeichnet werden. Zudem werden Investitionszusagen in
dreistelliger Millionenhöhe erwartet.
Von der Leyen teilte zu ihrer Ankunft mit, es gehe darum, eine
einzigartige Partnerschaft weiter zu festigen. «Wir sind Familie»,
schrieb sie in sozialen Netzwerken. Grönland gehört zwar zum
Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom und nicht Teil der
EU.
Empfangen wurde die Deutsche auf dem Flughafen von Nuuk von dem
grönländischen Ministerpräsidenten Jens-Frederik Nielsen und der
dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen. Nielsen sagte bei einem
kurzen gemeinsamen Pressetermin, der Besuch von der Leyens stehe für
eine sehr enge Freundschaft, eine gute Partnerschaft und etwas, auf
dem man weiter aufbauen wolle. Als ersten großen Programmpunkt brach
er mit der Kommissionspräsidentin und Frederiksen zu einer Bootstour
in die arktische Landschaft auf.
Trump will Grönland für die USA
Brisant ist der Besuch von der Leyens, weil die USA unter Verweis auf
Sicherheitsinteressen Ansprüche auf Grönland erheben und einen
Verkauf der riesigen Insel an die Vereinigten Staaten erzwingen
wollen. Präsident Trump argumentiert dabei, dass Dänemark die größt
e
Insel der Welt nicht vor Russland und China schützen könne. Zudem ist
das Territorium mit gerade einmal knapp 57.000 Einwohnern auch wegen
seiner umfassenden Vorkommen an kritischen Rohstoffen interessant.
Trump hatte zuletzt im Juli Kontrollansprüche auf Grönland erneuert
und sie auch mit der derzeit laufenden Überprüfung der
US-Truppenpräsenz in Europa in Zusammenhang gebracht. Demnach könnten
die USA ihren Beitrag zur Abschreckung Russlands herunterfahren, wenn
für sie keine gute Vereinbarung zur Zukunft Grönlands zustande kommt.
Zukunft von Rutte-Deal ist unklar
Unklar blieb damit zuletzt, ob sich Trump noch an eine im Januar von
Nato-Generalsekretär Mark Rutte vermittelte Absprache gebunden sieht.
Diese hatte eigentlich vorgesehen, die Sicherheit in der Arktis durch
das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewährleisten, insbesondere
durch das der sieben arktischen Alliierten USA, Kanada, Dänemark,
Norwegen, Schweden, Finnland und Island.
Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA zudem ihre
Militärpräsenz auf Grönland ausweiten dürfen und möglicherweise a
uch
ein Mitentscheidungsrecht über bestimmte Investitionen bekommen.
