Von der Leyen will EU-Investitionen in Grönland ankündigen
06.09.2026 18:14
Trump fordert Grönland für die USA, doch Dänemark und die EU wollen
nicht klein beigeben. Aus Brüssel soll jetzt auch frisches Geld
fließen.
Nuuk (dpa) - Die EU und Grönland wollen an diesem Montag ungeachtet
von Drohungen von US-Präsident Donald Trump eine engere
Zusammenarbeit vereinbaren. Bei einem Besuch von
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in der Hauptstadt Nuuk
ist geplant, eine neue EU-Grönland-Erklärung zu unterzeichnen. Zudem
werden EU-Investitionszusagen in dreistelliger Millionenhöhe
erwartet.
Von der Leyen teilte zu ihrer Ankunft am Sonntag mit, es gehe darum,
eine einzigartige Partnerschaft weiter zu festigen. «Wir sind
Familie», schrieb sie in sozialen Netzwerken. Grönland ist weitgehend
autonom, gehört aber zum Staatsgebiet des EU-Mitgliedslandes
Dänemark.
Trump will Grönland für die USA
Brisant ist der Besuch von der Leyens, weil Washington unter Verweis
auf Sicherheitsinteressen Ansprüche auf Grönland erhebt und einen
Verkauf der größten Insel der Welt an die USA erzwingen will.
Präsident Trump argumentiert dabei, dass Dänemark Grönland nicht vor
Russland und China schützen könne. Zudem ist das Territorium mit
gerade einmal knapp 57.000 Einwohnern auch wegen seiner umfassenden
Vorkommen an kritischen Rohstoffen interessant.
Trump hatte zuletzt im Juli Kontrollansprüche auf Grönland erneuert
und sie auch in Zusammenhang mit der derzeit laufenden Überprüfung
der US-Truppenpräsenz in Europa gebracht. Demnach könnten die USA
ihren Beitrag zur Abschreckung Russlands herunterfahren, wenn für sie
keine gute Vereinbarung zur Zukunft Grönlands zustande kommt.
