Botschaft an Trump: EU baut Zusammenarbeit mit Grönland aus
07.09.2026 14:21
Die EU will bis Ende 2027 weitere 200 Millionen Euro in Grönland
investieren. Damit setzt sie auch ein Zeichen gegen anhaltende
US-Kontrollansprüche. Nun stellt sich die Frage, ob das hilft.
Nuuk (dpa) - Die EU baut ihre Zusammenarbeit mit Grönland ungeachtet
der Kontrollansprüche von US-Präsident Donald Trump deutlich aus.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterzeichnete am
Montag bei einem Besuch auf der rohstoffreichen Arktisinsel eine
Erklärung zur Vertiefung der wirtschaftlichen und politischen
Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Grönland. Zudem
kündigte sie ein neues 200 Millionen Euro schweres Investitionspaket
an.
Das Geld soll in diesem und im nächsten Jahr investiert werden und
unter anderem die Erschließung kritischer Rohstoffe sowie den Ausbau
von sicheren Internetverbindungen über Satelliten und Unterseekabel
voranbringen. Einen Teil der Mittel soll die grönländische Regierung
zudem nutzen können, um ihre Verwaltungskapazitäten auszubauen.
Überdies ist die Vorbereitung von Programmen für nachhaltigen
Tourismus und Wohnungsbau vorgesehen.
Laut der Erklärung soll außerdem künftig auch bei der
Cybersicherheit, dem Schutz kritischer Infrastruktur und dem Kampf
gegen hybride Bedrohungen enger zusammengearbeitet werden. Zu
letzteren werden etwa auch Desinformationskampagnen und andere
Versuche der Einflussnahme von außen gerechnet. Der grönländische
Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen sagte in einer
Pressekonferenz, Grönland brauche die Europäische Union, und die EU
brauche Grönland.
Trump will Grönland für die USA
Brisant ist der Besuch von der Leyens, weil die USA unter Verweis auf
Sicherheitsinteressen Ansprüche auf Grönland erheben und einen
Verkauf der riesigen Insel an die Vereinigten Staaten erzwingen
wollen. Schon 2019 hatte US-Präsident Donald Trump von einem Kauf der
Insel gesprochen - damals hatten das in Dänemark und Grönland viele
für einen Scherz gehalten. Doch noch vor Beginn seiner zweiten
Amtszeit hatte Trump das Thema wieder auf den Tisch gebracht und den
Druck seitdem stetig erhöht.
Präsident Trump argumentiert dabei, dass Dänemark die größte Insel
der Welt nicht vor Russland und China schützen könne. Zudem ist das
Territorium mit gerade einmal knapp 57.000 Einwohnern auch wegen
seiner umfassenden Vorkommen an kritischen Rohstoffen interessant.
