EU-Außenbeauftragte: Russland nicht an Frieden interessiert

07.09.2026 19:56

Die US-Unterhändler unternehmen einen neuen Anlauf in Vermittlungen
für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Kaja Kallas erwartet angesichts
Moskaus Haltung wenig, sieht aber zumindest einen positiven Aspekt.

Vilnius (dpa) - Trotz des neuen Vorstoßes der US-Vermittler hat die
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende
des Ukraine-Kriegs. «Wir sehen nicht, dass Russland wirklich an
Frieden interessiert ist», sagte Kallas bei einem Besuch in Litauen.
Moskau habe kein einziges Zugeständnis gemacht. Stattdessen zeige
sich das Gegenteil: «Wenn sie die Initiative am Boden verlieren,
bombardieren sie Zivilisten aus der Luft», sagte Kallas auf einer
Pressekonferenz in Vilnius.

Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner hatten am
Wochenende zuerst Moskau und dann erstmals Kiew besucht. Unmittelbare
Fortschritte meldeten sie nach der Reise allerdings nicht. «Ich freue
mich, dass die Sondergesandten zum ersten Mal auch Kiew besucht
haben. Für die Ukrainer bedeutete dies drei Tage ohne Bombardierungen
der Zivilbevölkerung. Ich denke, das ist die positive Seite dieses
Besuchs», sagte Kallas. 

Kremlchef Wladimir Putin hatte für die Dauer des Besuchs der
US-Unterhändler eine dreitägige Pause der Angriffe auf Kiew
verkündet, die Ukraine verzichtete im Gegenzug in dieser Zeit auf
Angriffe gegen Moskau.