Iran-Krieg treibt Preise: EZB vor nächster Zinserhöhung
09.09.2026 17:30
Der Iran-Krieg heizt die Teuerung an. Die EZB dürfte mit einer
weiteren Zinserhöhung auf die gestiegene Inflation im Euroraum
reagieren. Das hat Folgen für Sparer, Kreditnehmer und Unternehmen.
Frankfurt/Berlin (dpa) - Als Antwort auf die gestiegene Inflation
dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im Euroraum
zum zweiten Mal in diesem Jahr anheben. Ökonomen erwarten, dass die
Notenbank den für Sparer und Banken wichtigen Einlagenzins bei ihrer
Sitzung an diesem Donnerstag von 2,25 auf 2,5 Prozent erhöhen wird.
Der Beschluss des EZB-Rates wird um 14.15 Uhr nach der auswärtigen
Sitzung des Gremiums in Berlin verkündet. Zudem legt die EZB neue
Prognosen zu Inflation und Konjunktur im Euroraum vor.
Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hat die Teuerung kräftig
nach oben getrieben. Autofahrer spüren das an den Tankstellen,
Hausbesitzer bei den Heizölpreisen. Eine Lösung des Konflikts am
Persischen Golf ist nicht in Sicht.
Im August waren die Verbraucherpreise im Euroraum 3,3 Prozent höher
als im Vorjahresmonat. Das ist die höchste Teuerungsrate seit
September 2023 und liegt weit über dem Ziel der EZB, die
mittelfristig Preisstabilität bei 2,0 Prozent Inflation im Euroraum
anpeilt. In Deutschland hatten hohe Energiepreise die Inflation im
August auf 2,9 Prozent getrieben.
Mit höheren Zinsen kann die EZB die Teuerung dämpfen, weil Kredite
teurer werden und die Nachfrage gebremst wird. Sparer können zugleich
von Zinserhöhungen profitieren, wenn Banken diese weitergeben. Jedoch
sind höhere Zinsen eine Belastung für alle, die investieren wollen.
