EU-Agentur: 332.000 Asylanträge im ersten Halbjahr

10.09.2026 09:56

Erneut liegt Deutschland nicht mehr an der Spitze der Länder mit den
meisten neuen Asylanträgen. Insgesamt ist die Zahl der Anträge in der
EU zurückgegangen.

Valletta (dpa) - Die Zahl der Asylanträge in der EU sowie in Norwegen
und der Schweiz ist im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erneut
zurückgegangen. Von Januar bis Juni zählte die Asylagentur der
Europäischen Union insgesamt rund 332.000 neue Anträge, wie die
Behörde auf Malta mitteilte. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025
bedeutet dies ein Minus von 67.000 (fast 17 Prozent).

Deutschland wieder nicht auf Platz eins

Deutschland liegt erneut nicht mehr an der Spitze der Länder mit den
meisten neuen Asylanträgen: 54.454 Anträge gingen nach Angaben der
EUAA (European Union Agency for Asylum) bei den deutschen Behörden
ein. Mehr Asylanträge erhielten Frankreich (rund 69.000) sowie
Italien (etwa 66.000), wie die Behörde mitteilte. Spanien liegt mit
54.732 knapp vor Deutschland.

Afghanen stellten demnach mit rund 39.000 Anträgen die größte Gruppe.

An zweiter Stelle folgten Venezolaner mit etwa 33.000 Anträgen.
Menschen aus Bangladesch blieben mit rund 22.000 Anträgen die
drittgrößte Gruppe.

Rückgang hat mehrere Gründe

Der Rückgang hängt nach Angaben der Agentur unter anderem damit
zusammen, dass sich die Zusammensetzung der Asylsuchenden verändert
hat. Eine wichtige Rolle spiele dabei auch die politische Entwicklung
in Syrien: Die dortige Situation befindet sich weiterhin im Wandel,
was sich auch auf die Zahl der Menschen auswirkt, die aus diesem Land
in der EU Asyl beantragen. 

Gleichzeitig arbeite die EU verstärkt mit Herkunfts- und
Transitländern zusammen, was ebenfalls dazu beitrage, dass weniger
Menschen einen Asylantrag in der EU stellten. Bei den Afghanen kommt
hinzu, dass der ungewöhnlich starke Anstieg Ende 2025 teilweise auf
wiederholte Anträge von Afghaninnen zurückging, die sich bereits in
der EU aufhielten.