EU-Verteidigungskommissar will Russland bei Drohnen einholen
11.09.2026 14:18
Ein weiterer Milliardenbetrag der EU soll der Ukraine im Abwehrkampf
gegen Russland helfen. Bei dem Treffen einer neuen Drohnenallianz
werden zudem noch andere ambitionierte Ziele formuliert.
Brüssel (dpa) - EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius wirbt für
einen massiven Ausbau der europäischen Fähigkeiten zur Produktion von
Drohnen und ballistischen Raketen. Die Industrie in der EU produziere
derzeit rund 1,5 Millionen Drohnen pro Jahr, sagte Kubilius in
Brüssel. Man müsse allerdings mit den russischen
Produktionskapazitäten mithalten können. Dies bedeute, dass bis zu
zehn Millionen sogenannter FPV-Drohnen, 130.000 Drohnen mit
Düsenantrieb und 1.700 ballistische Raketen pro Jahr produziert
werden müssten. Sogenannte First-Person-View-Drohnen sind dabei
Drohnen, die der Pilot in Echtzeit über eine spezielle Videobrille
aus der Ich-Perspektive steuern kann.
Kubilius äußerte sich am Rande des ersten Treffens einer neuen
Drohnenallianz zwischen der EU und der Ukraine. Die von der Industrie
geführte Initiative soll die Entwicklung und Produktion von Drohnen-
und Drohnenabwehrsystemen der nächsten Generation beschleunigen und
Partnerschaften fördern.
Gute Neuigkeiten für Kiew
Kubilius kündigte zudem an, dass die EU-Kommission offiziell die
Auszahlung von 6,1 Milliarden Euro zur Beschaffung von Rüstungsgütern
für die von Russland angegriffene Ukraine genehmigt habe. Das Geld
soll unter anderem für den Kauf von Ausrüstung für die
Luftverteidigung sowie für Munition, Drohnen und elektronische
Kriegsführung ausgegeben werden. Nach einer Einigung der
EU-Mitgliedstaaten vom Montag ermöglicht der Beschluss der Ukraine
auch die Beschaffung von US-Patriot-Flugabwehrraketen vom Typ PAC-3.
Eigentlich sollen mit EU-Rüstungshilfen bevorzugt europäische
Rüstungsgüter gekauft werden.
«Mit dieser Genehmigung kann die Ukraine nun auch die
Patriot-Ausrüstung kaufen, die sie benötigt, um ihren Himmel besser
vor Russlands wahllosen Angriffen zu schützen», erklärte
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Gemeinsam mit den
Mitgliedstaaten und der Nato werde man weiterhin für die Ukraine
sorgen und gleichzeitig Europas eigene Verteidigung stärken.
Die 6,1 Milliarden Euro werden über das aktuelle
EU-Unterstützungsdarlehen für die Ukraine bereitgestellt. Dieses
sieht bis Ende 2027 Zahlungen in Höhe von bis zu 90 Milliarden Euro
vor. Die Mittel sollen dem Land die Fortsetzung seines Abwehrkampfes
gegen die russischen Invasionstruppen ermöglichen und es vor einer
Staatspleite bewahren. Mit der Genehmigung vom Freitag sind laut
Kommission nun 28,3 Milliarden Euro für die ukrainische
Verteidigungsunterstützung zugewiesen.
