Merz berät mit EU-Kollegen über Vorgehen in der Arktis
12.09.2026 17:30
China und Russland sind in der Region aktiv, US-Präsident Trump
schielt auf Grönland. Die Europäer wollen nun beraten, wie sie ihre
Interessen in der Arktis sichern.
Berlin/Rovaniemi (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und
mehrere andere europäische Staats- und Regierungschefs sowie
EU-Vertreter beraten ab Sonntag in Finnland über ihre Strategie für
die geopolitisch immer wichtiger werdende Arktis. «Die Europäische
Union hat ein direktes Interesse an ihrer Stabilität, Sicherheit und
nachhaltigen Entwicklung», sagte der finnische Ministerpräsident
Petteri Orpo, der zu dem zweitägigen EU-Arktis-Gipfel in Rovaniemi
eingeladen hat, vorab laut einer Mitteilung.
Bei dem Spitzentreffen in Rovaniemi, der Hauptstadt von Lappland,
soll es um Wirtschafts-, Umwelt- und Verteidigungsfragen gehen. Aus
Brüssel werden unter anderem Ratspräsident António Costa und die
Außenbeauftragte Kaja Kallas erwartet. Durch den Klimawandel schmilzt
das Eis in der Arktis schneller. Neue Schifffahrtsrouten und Zugänge
zu Rohstoff entstehen. China und Russland sind in der Region aktiv.
Der Gipfel beginnt am Sonntagabend mit einem Arbeitsessen. Am Montag
sind ein Besuch eines Stützpunkts der finnischen Luftwaffe und die
Arbeitssitzung geplant. Zum Abschluss soll es eine Pressekonferenz
geben.
Ebenfalls erwartet wird die dänische Ministerpräsidentin Mette
Frederiksen, die sich mit Besitzansprüchen von US-Präsident Donald
Trump auf Grönland konfrontiert sieht. Trump argumentiert, dass
Dänemark die riesige Arktisinsel nicht vor Russland und China
schützen könne. Das weitgehend autonome, aber zum Königreich Dänema
rk
gehörende Territorium ist wegen seiner militärstrategischen Lage,
aber auch wegen der dort vermuteten Bodenschätze interessant.
