«Europa verliert an Boden»: Reiche fordert Reformen

14.09.2026 13:04

Europa muss aufholen, um weltweit oben mitspielen zu können: Das ist
die Botschaft der Wirtschaftsministerin in einer Grundsatzrede.

Berlin (dpa) - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mahnt
schnelle Reformen an, damit Europa wettbewerbsfähiger wird. «Europa
verliert an Boden», sagte die CDU-Politikerin bei einem Symposium des
Ministeriums. Europa sei jahrzehntelang technologisch führend
gewesen. Bei der Künstlichen Intelligenz aber seien die USA und China
führend. Doch Europa könne die Lücke schließen.

Reiche verwies auf das deutsche Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace,
das vor kurzem bei einem Testflug seiner Trägerrakete erfolgreich
fünf Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht hatte. Das sei der
«Spirit», der notwendig sei. 

Forderungen für mehr Innovation

Innovative Firmen müssten gezielt gefördert werden, es solle keine
Förderung nach der «Gießkanne» geben, sagte Reiche. Europa müsse

außerdem attraktiver werden für Fachkräfte, Investoren und
Unternehmer. Man brauche zudem weniger Fragmentierung, eine engere
Zusammenarbeit auf Kapitalmärkten und mehr europäisches Kapital für
Wachstum. Reiche sprach sich außerdem für Deregulierung aus.
Unternehmen wollten Ingenieure einstellen - und nicht gezwungen
werden, noch einen «Compliance»-Beauftragten einzustellen. Reiche
sprach sich auch für eine engere Kooperation auf dem europäischen
Energiemarkt aus.

Reiche sagte weiter, der Vorschlag der EU-Kommission für den neuen
mehrjährigen Haushalt von 2028 bis 2034 müsse um mehrere hundert
Milliarden Euro gekürzt werden - das hatte bereits Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) gefordert.