Italien und Spanien verlängern abermals Grenzkontrollen

15.09.2026 19:18

Der Streit zwischen Italien und Spanien hält an. Reisende müssen sich
weiter auf Grenzkontrollen einstellen. Rom verlängert die umstrittene
Maßnahme erneut - Madrid reagiert.

Rom/Madrid (dpa) - Reisende zwischen Italien und Spanien müssen noch
mindestens die nächsten zwei Wochen mit stichprobenartigen
Grenzkontrollen zwischen den beiden EU-Ländern rechnen. Italiens
Innenminister Matteo Piantedosi kündigte eine Verlängerung der
Kontrollen für weitere 15 Tage an. 

Dies ist bereits die zweite Verlängerung der Maßnahme, die den See-
und Luftverkehr betrifft. Sie war Anfang August von der rechten
Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nach der Ankunft
Zehntausender Migranten in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta
ergriffen worden.

Das Innenministerium in Rom teilte mit, die Verlängerung der
Kontrollmaßnahmen werde für notwendig erachtet. Es bestünden
weiterhin Risiken für die innere Sicherheit sowie eine «mögliche
Gefahr durch terroristische Unterwanderung».

Spanien setzt nach

Madrid hatte seinerseits mit Grenzkontrollen bei Flug- und
Seeverbindungen nach Italien reagiert. Auf die erste Verlängerung
Italiens folgte prompt die Verlängerung vonseiten Spaniens. So auch
jetzt: Spanien will die Grenzkontrollen nach Italien ebenfalls um
weitere 15 Tage verlängern, und teilte das der Europäischen
Kommission mit. Diese Kontrollen gelten an Flughäfen und Häfen mit
direkter Verbindung nach Italien. Das spanische Innenministerium
erklärte, die Regierung gehe davon aus, dass «die Umstände, die zur
Verabschiedung dieser Maßnahme geführt haben, weiterhin bestehen».

Kritiker werfen Meloni «Symbolpolitik» vor 

Rom argumentierte bei der Einführung der Grenzkontrollen damals,
seine Grenzen müssten wegen des Andrangs von Migranten auf Ceuta
geschützt werden. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass sich von
den Migranten aus Ceuta jemand auf den Weg nach Italien gemacht
hätte. Sie durften nicht einmal auf das spanische Festland. Kritiker
werteten Melonis Schritt deshalb als innenpolitisch motivierte
Symbolpolitik. Die neue rechte Partei Futuro Nazionale setzt die
Regierung zunehmend unter Druck.