Von der Leyen will Europa besser für Klimakrise wappnen
16.09.2026 10:47
Zehntausende Hitzetote, hunderttausende verbrannte Hektar: Europa
erlebte die heißesten Sommermonate aller Zeiten. Ursula von der Leyen
will Europa für die nächsten heißen Jahre besser aufstellen.
Straßburg (dpa) - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will
Europa besser auf die schon spürbaren und zunehmenden Folgen des
Klimawandels vorbereiten. Im Oktober werde die Behörde eine neue
Strategie vorstellen, wie besser mit den Auswirkungen umgegangen
werden kann, sagte von der Leyen in einer Rede zur Lage der Union im
Europaparlament in Straßburg. «Es waren die heißesten Sommermonate
aller Zeiten - aber vielleicht die kühlsten der kommenden Jahre.»
Man werde die 100 am meisten gefährdeten Gebiete in Europa ermitteln,
sagte von der Leyen. «Und wir werden die Risiken abschätzen - und auf
welcher Ebene dagegen vorgegangen werden muss.» Damit werde ein
gesamtgesellschaftlicher Ansatz erreicht, bis auf die lokale Ebene.
Darüber hinaus wolle die Kommission eine Klimaversicherung für
Verluste durch Katastrophen angehen.
Auch angesichts der mehr als 35.000 Toten während der Hitzewellen in
diesem Jahr will die Kommission zudem einen europäischen Plan für
Hitzewellen vorstellen, wie von der Leyen sagte. Es brauche bessere
Frühwarnsysteme und Krisenvorsorge im Gesundheitswesen sowie
Anpassung und Kühlung in den Städten.
Um die dauerhafte Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln
sicherzustellen, werde zudem eine europäische Wasserinitiative
gestartet, kündigte von der Leyen an, denn Wasser sei kostbar für
Industrie und Ernährungssicherheit. Derzeit verlören die Leitungen in
Europa fast jeden vierten Liter - meistens, weil sie undicht seien.
«Kulturpflanzen brauchen Wasser zum Wachsen, das Vieh zum Überleben.
Ganze Ernten hängen davon ab.» Die Kommission werde daher Vorschläge
zum Risikomanagement machen und sich um eine Lücke bei den
Versicherungen kümmern.
