Social-Media-Verbot: Prien setzt auf App und Aufklärung

17.09.2026 08:51

Beim geplanten Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige plädiert
Bundesministerin Prien für eine Gesamtstrategie. Dazu gehören
Alterskontrollen per App und mehr Medienkompetenz. Was noch?

Berlin (dpa) - Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) setzt beim
geplanten Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige auf eine
Gesamtstrategie aus Alterskontrollen, mehr Medienkompetenz für Kinder
sowie Aufklärung für Eltern. Wichtig sei zudem eine klare
gesellschaftliche Norm, wonach Kinder unter drei Jahren keine
Bildschirmzeiten und keinen Zugang zu digitalen Angeboten haben
sollten, sagte Prien im ZDF-Morgenmagazin. 

Für die geplante Altersgrenze brauche es eine wirksame technische
Altersverifikation - das werde über eine App laufen, sagte Prien. Die
Lösung müsse datensparsam und datenschutzkonform sein. Über die
Altersverifikation sollten keine Daten ins Netz gelangen. Die
Verantwortung für den Schutz Minderjähriger liege aber in erster
Linie bei den Plattformen.

Prien kündigte zudem eine deutsche Übergangslösung an: «Wir werden
im
Oktober-Eckpunkte für eine deutsche Übergangsgesetzgebung vorlegen.»

Unter anderem solle das Jugendschutzrecht verschärft und
Strafbarkeitslücken geschlossen werden. Die Bundesregierung wolle eng
mit der EU-Kommission zusammenarbeiten.

Kinder und Jugendliche unter 13 Jahren sollen nach dem Willen von
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen künftig in der EU von
sozialen Medien wie TikTok, Snapchat und Instagram ausgeschlossen
werden. Jugendliche ab 13 Jahren sollen zunächst nur auf eine Stunde
täglich begrenzte sowie von Eltern eingerichtete und beaufsichtigte
«Mini-Konten» nutzen dürfen. Eigene Nutzerkonten sollen grundsätzli
ch
erst ab 15 Jahren möglich sein.