Güterverkehr der Bahn wird auch 2026 Verluste machen
17.09.2026 09:56
Der kriselnde Güterverkehr der Deutschen Bahn muss ab diesem Jahr
wieder schwarze Zahlen schreiben - sonst drohen Konsequenzen der EU.
Das wird das Unternehmen voraussichtlich aber nicht schaffen.
Berlin (dpa) - Die kriselnde Bahn-Güterverkehrstochter DB Cargo wird
eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr die von der EU-Kommission
vorgeschriebene «schwarze Null» verfehlen - also weiterhin Verluste
machen. Grund dafür seien einmalig anfallende Verlustabschreibungen
bei einer zum Verkauf stehenden britischen Tochtergesellschaft, wie
Cargo-Chef Bernhard Osburg sagte.
Die daraus resultierenden Wertberichtigungen von rund 260 Millionen
Euro belasteten das Ergebnis des Güterverkehrskonzerns, hieß es aus
Unternehmenskreisen. Es werde daher absehbar in diesem Jahr eine
schwarze Null kaum zu schaffen sein.
Erneute Gespräche mit der EU
Das Unternehmen muss somit erneut mit der EU in Verhandlungen gehen.
Die Kommission hatte dem Konzern in einem sogenannten
Beihilfeverfahren einen umfassenden Sanierungskurs auferlegt, mit dem
Ziel, ab 2026 operativ wieder in die Gewinnzone zu kommen.
Das aktuelle Sanierungskonzept sieht unter anderem dem Abbau von rund
6.200 der rund 14.000 Vollzeitstellen in Deutschland vor. Außerdem
plant Cargo-Chef Bernhard Osburg eine stärkere Ausrichtung auf
europäische Verkehre. Doch insbesondere dieser Prozess sorgt nun für
Verzögerungen.
Das bisher auf Deutschland konzentrierte Sanierungskonzept müsse nun
auf das gesamte europäische Geschäft mit insgesamt 16
Auslandstöchtern ausgeweitet werden, betonte Osburg. Dabei werde
intensiv geschaut, welche dieser Gesellschaften für die Umsetzung der
Europa-Strategie essenziell seien.
Sanierung in Deutschland auf gutem Weg
Die EU will Osburg überzeugen, dass die Sanierung innerhalb
Deutschlands auf einem guten Weg sei. Ohne die Abschreibungen bei der
englischen Tochter wäre die schwarze Null in diesem Jahr erreicht
worden, betonte er. Schon im vergangenen Jahr lag das Ergebnis nach
Steuern und Zinsen (Ebit) mit minus 58 Millionen Euro knapp vor dem
Ziel.
