EU-Parlament fordert strengere Regeln für Social Media

17.09.2026 15:44

Cybermobbing, Online-Hass und problematische Trends: Was aus Sicht
von Europas Parlamentariern wegen der Schattenseiten von TikTok,
Snapchat und Co. zum Schutz von jungen Menschen nötig ist.

Straßburg (dpa) - In der Debatte über Social-Media-Regeln für Kinder

und Jugendliche fordert das Europäische Parlament, Betreiber
digitaler Plattformen stärker in die Pflicht zu nehmen. Plattformen
tragen in erster Linie die Verantwortung für die Sicherheit der von
ihnen geschaffenen Umgebung, nicht Familien, Lehrkräfte oder
Jugendliche, wie der parlamentarische Berichterstatter Sandro Ruotolo
bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Abstimmung in Straßburg
sagte.

Das Europaparlament stimmte in Straßburg am Donnerstagmittag
fraktionsübergreifend mit 395 Stimmen und 136 Gegenstimmen für den
rechtlich nicht bindenden Bericht.

Plattformen sollen mehr Verantwortung übernehmen

Darin kritisieren die Abgeordneten Funktionen wie endloses Scrollen
oder das automatische Abspielen von Videos. Das Parlament unterstützt
deshalb sicherere und altersgerechte Empfehlungssysteme sowie einen
«Jugendmodus» ohne Werbung und mit weniger suchtfördernden Elementen.

Die schädlichsten dieser Elemente sollen nach den Vorstellungen des
Parlaments vollständig verboten werden. 

Der Initiativbericht richtet sich jedoch nicht allein an die
Plattformen. Auch die EU-Kommission und die Staaten werden zum
Handeln aufgefordert. So sollen die Mitgliedsländer unter anderem
ausreichend Kapazitäten für eine bessere Zusammenarbeit zwischen
Schulen, Jugendhilfe, Polizei und Justiz schaffen.

EU-Kommission schlägt Regeln vor 

Kurz vor der Abstimmung im Parlament stellte
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Vorschläge für
künftige Social-Media-Regeln vor. Nur die EU-Kommission kann diesen
Prozess rechtlich starten. Für die Umsetzung ist sie aber auf die
Zustimmung des Parlaments und der EU-Staaten angewiesen. 

Auch die EU-Kommission will die Plattformen in die Pflicht nehmen.
Zudem sollen nach von der Leyens Vorstellung Kinder unter 13 Jahren
keine eigenen Social-Media-Konten haben dürfen und der Zugang auch
für ältere Jugendliche eingeschränkt werden. 

In dem Bericht der Parlamentarier wird keine konkrete Altersgrenze
genannt. Stattdessen spricht sich das Parlament allgemein für ein
einheitliches Mindestalter für soziale Medien aus.