Warum Voigt viel von EU-Plänen zum Kinderschutz im Netz hält
17.09.2026 16:27
Die EU-Kommission will klare Regeln für Plattformen und soziale
Medien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Thüringens
Ministerpräsident Voigt findet das gut - und sieht Betreiber in der
Pflicht.
Erfurt (dpa/th) - Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt sieht
Betreiber von Plattformen und Sozialen Medien in der Pflicht, ihre
Angebote so zu gestalten, dass Kinder und Jugendliche dort sicher
unterwegs sein können. Er begrüße den EU Kids Act der Europäischen
Kommission, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in
Erfurt. Die Pläne der EU-Kommission sehen vor, dass soziale
Netzwerke, bestimmte Spieleplattformen sowie Anbieter von Künstlicher
Intelligenz (KI) für Kinder und Jugendliche künftig nachweisen
müssen, dass sie sicher sind.
Verantwortung nicht mehr nur bei Eltern und Schulen
«Keine eigenen Accounts für Kinder unter 15 Jahren, verlässliche
Alterskontrollen und sichere Voreinstellungen auf den Plattformen
sind richtige und notwendige Schritte», sagte Voigt. Besonders
wichtig sei ihm, dass die Verantwortung nicht länger allein bei
Eltern und Schulen liege.
Wer unter 18 ist und einen Account hat, muss dem Vorschlag der
Behörde zufolge zum Beispiel künftig andere Nutzer einfach blockieren
und stummschalten können. Zudem müssen Accounts von Minderjährigen
standardmäßig auf privat gestellt sein und der Zugriff auf
Standortdaten, Kamera und Mikrofon deaktiviert sein. Auch eigene
Livestreams sollen sie nicht starten dürfen.
Voigt froh über europäische Lösung
Voigt verwies darauf, dass sich Thüringen schon früh für
Altersgrenzen und einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen
ausgesprochen hatte. Einheitliche europäische Regeln seien der
richtige Weg. «Der Schutz unserer Kinder darf nicht an nationalen
Grenzen enden», sagte er.
Suchtgefahr reduzieren
Die Pläne sehen auch vor, dass Onlinedienste nachweisen müssen, dass
sie nicht so gestaltet sind, dass sie Kinder süchtig machen. Tabu
sind außerdem persönliche Empfehlungsfeeds, die Jugendliche in
schädliche Inhalte ziehen, sowie die Möglichkeit, endlos zu scrollen,
ohne dass es technische Pausen gibt - etwa weil Daten nachgeladen
werden müssen, bevor das nächste Video abgespielt wird.
Thüringens Bildungsminister Christian Tischner forderte, keine
weitere Zeit zu verlieren, um Kinder und Jugendliche zu schützen.
«Die Debatte darüber läuft seit Jahren - jetzt müssen wir endlich z
u
wirksamen Regeln kommen», sagte der CDU-Politiker.
Wenn Plattformbetreiber selbst nicht ausreichend in der Lage seien,
Kinder und Jugendliche zu schützen, müsse der Staat handeln.
«Jugendschutz darf nicht hinter wirtschaftlichen Interessen oder
technischen Ausreden zurückstehen.»
