Frederiksen: Keine Details vor Unterzeichnung von Grönland-Abkommen
20.09.2026 15:14
Nach einem zähen Streit zeichnet sich mit Blick auf Grönland eine
Einigung mit den USA ab. Mit den Einzelheiten hält sich Dänemarks
Ministerpräsidentin Mette Frederiksen allerdings noch zurück.
Nuuk/Kopenhagen/Washington (dpa) - Die dänische Regierungschefin
Mette Frederiksen hält sich nach dem verkündeten Durchbruch im Streit
um Grönland weiter mit Details zu dem Abkommen mit den USA zurück.
Auf den Inhalt wolle sie erst genauer eingehen, wenn es eine
unterzeichnete Vereinbarung gebe, sagte Frederiksen dänischen Medien
zufolge vor ihrer Abreise zur UN-Generalversammlung in New York.
Sie verstehe, dass großes Interesse daran bestehe, was das Abkommen
konkret bedeute. Sie selbst und Grönlands Regierungschef
Jens-Frederik Nielsen würden jedoch kein Abkommen unterzeichnen,
«wenn es nicht gut für Grönland wäre», versicherte sie laut dem
Sender TV 2.
Die USA, Dänemark und Grönland hatten am Freitagabend überraschend
einen Durchbruch im Streit um die Insel verkündet. In der kommenden
Woche werde voraussichtlich ein Abkommen mit den USA unterzeichnet,
teilten die Regierungen von Dänemark und Grönland mit. Auch Nielsen
reist der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge am heutigen Sonntag nach
New York.
Frederiksen: Habe «ausgezeichnetes Verhältnis» zu Trump
Dänischen Medien zufolge trifft Frederiksen US-Präsident Donald Trump
in den kommenden Tagen persönlich. Sie pflege ein «ausgezeichnetes
Verhältnis» zu dem Republikaner, sagte sie demnach laut dem Rundfunk
DR auf die Frage, ob sie sich auf die Zusammenkunft freue. Der Streit
um die strategisch bedeutsame Insel, die zwar weitgehend autonom ist,
aber zum dänischen Hoheitsgebiet gehört, hatte in den vergangenen
Monaten für Spannungen zwischen Dänemark und den USA gesorgt.
Trump äußerte sich am Freitag bereits deutlich konkreter und
erklärte, das Abkommen sei schon besiegelt. Dem Republikaner zufolge
sichern sich die USA mit der Vereinbarung etwa weitreichende
Befugnisse und Kontrolle über die Arktisinsel. Die dänische und
grönländische Seite bestätigten die Darstellungen Trumps in dieser
Form bisher nicht.
