EU-Kommissar: Europas Zugsystem braucht einheitliche Tickets

22.09.2026 13:10

Ein Ticket für eine Bahnreise quer durch Europa: Für den
EU-Verkehrskommissar ist diese Möglichkeit ein wichtiger Bestandteil
für die Integration des europäischen Schienennetzes.

Berlin (dpa) - EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas hat zur
Eröffnung der Branchenmesse Innotrans in Berlin die Bedeutung von
einheitlichen Bahntickets für Reisen quer durch Europa betont. «Für
die Fahrgäste ist der Fahrkartenverkauf ein weiterer klarer Test
dafür, ob wir wirklich über ein europäisches Eisenbahnsystem
verfügen», sagte er bei der Eröffnungsfeier. «Das Ziel: Eine Reise,

eine Buchung, volle Rechte für Fahrgäste - das wird
grenzüberschreitende Reisen mit verschiedenen Zuganbietern einfacher
und viel attraktiver machen.» 

Einen Vorschlag für entsprechende Regeln hatte die Kommission bereits
im Mai unterbreitet. Die Idee: Reisende sollen online übersichtlich
alle Optionen sehen, über EU-Grenzen hinweg von A nach B zu kommen.
Große Ticket-Plattformen sollen verpflichtet werden, auch Tickets
anderer Betreiber anzubieten, wenn diese das wollen. Bei den
Plattformen der Deutschen Bahn etwa ist das bisher nicht immer
möglich. 

Bundesverkehrsminister kritisiert Konzept der Korridorsanierung 

Auf der Eröffnungsfeier der Innotrans sprach auch
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er kritisierte unter
anderem Probleme bei der derzeit laufenden Sanierung des deutschen
Schienennetzes. «Das Konzept der Korridorsanierung hat die hohen
Erwartungen bislang nicht erfüllt», sagte er. «Wenn wir eine Strecke

monatelang sperren mit allen Belastungen, die damit einhergehen, muss
sie danach spürbar besser funktionieren.» 

Bilger bezog sich damit auf die sogenannten Generalsanierungen der
Deutschen Bahn. Dabei sollten bis Mitte der 30er Jahre mehr als 40
hochbelastete Bahnkorridore über Monate gesperrt und umfassend
saniert werden. Nachdem bei einigen Projekten Verzögerungen und auch
nach der Sanierung noch Betriebsprobleme auftragen, hat die Bahn den
Zeitplan deutlich nach hinten verschoben und überarbeitet derzeit das
Konzept grundlegend. 

Bei der 30. Ausgabe der Fachmesse Innotrans stehen neben neuen Zügen
vor allem neuen Technologien für die Bahnindustrie im Fokus. Es geht
etwa um die Digitalisierung von Schienenwegen und automatisierten
Verkehren. Vertreten sind der Berliner Messe zufolge 3.170 Aussteller
aus 59 Ländern.