Spritpreise - Macron schlägt Brüssel Lockerung von Normen vor

22.09.2026 15:20

Um den hohen Energiepreisen und möglichen Lieferengpässen etwas
entgegenzusetzen, will Frankreichs Präsident Macron EU-Regelungen
lockern. Was genau schwebt ihm vor?

Brüssel/Paris (dpa) - Angesichts der hohen Energiepreise wirbt
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron in Brüssel dafür, europäische

Vorgaben für Kraftstoffe befristet zu lockern. In einem Brief an
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der der Deutschen
Presse-Agentur vorliegt, schreibt Macron, kurzfristig könnten so die
Import- und Produktionskapazitäten besser genutzt und das Angebot auf
dem Binnenmarkt vergrößert werden.

Konkret schlägt Macron in dem Schreiben vor, Regelungen zur
Kraftstoff-Qualität vorübergehend zu lockern. Das könnte sich etwa
auf die Dichte und die Entschwefelung beziehen. Je nach Raffinerie
könnten so potenziell 5 bis 20 Prozent mehr Treibstoff hergestellt
werden. Die Kommission solle gemeinsam mit Autoherstellern prüfen,
was kurzfristig umgesetzt werden könnte und keine Schäden für
Fahrzeuge, Infrastruktur oder Sicherheitsbedenken mit sich brächte.

Biodiesel-Anteil erhöhen

Außerdem bringt Macron ins Spiel, eine höhere Beimischung von
Biodiesel zu erlauben. Vertreiber könnten Diesel mit zehn Prozent
Biodieselanteil (B10) anstelle von B7 verwenden. So erhielte man mehr
Spielraum in der Versorgung. Nach Rücksprache mit Autobauern könne
ein Zeitlimit hierfür festgelegt werden, schreibt Macron.

Macron betont in seinem Schreiben, Akteure der Spritlogistik in
Frankreich hätten zunehmend Schwierigkeiten, Lieferungen für die
kommenden Wochen sicherzustellen. Mehrere EU-Staaten hätten zudem
niedrige Gasspeicherstände. In Frankreich hatte es wegen der hohen
Preise an der Zapfsäule einzelne Proteste gegeben. Die Regierung
steht wegen des Themas unter Druck.