US-Außenminister zu Grönland-Vereinbarung: China einhegen

22.09.2026 15:29

Ein Abkommen zwischen USA, Dänemark und Grönland steht vor der
Unterzeichnung. Der US-Außenminister sagt, es helfe, US-Konkurrent
China einzuhegen.

New York (dpa) - US-Außenminister Marco Rubio sieht die
Grönland-Vereinbarung als Schutz vor zu viel Einfluss Chinas auf die
Arktisinsel an. Der Deal beinhalte, dass man gemeinsam mit Dänemark
künftige Investitionen aus dem Ausland vorab überprüfen könne, sagt
e
Rubio dem Sender Fox News. Man wolle nicht eines Tages aufwachen und
feststellen: «Okay, ja, das chinesische Militär ist nicht hier, aber
ihre Firmen besitzen alle Häfen, ihre Firmen besitzen das ganze
Land.»

Am Mittwoch trifft Chinas Staatschef Xi Jinping zu einem mehrtägigen
Besuch bei US-Präsident Donald Trump in Washington ein. Es ist
unklar, ob die Grönland-Vereinbarung das Treffen diplomatisch
überschatten könnte.

Unterschrift steht bevor

Das Abkommen zwischen den USA, Dänemark und Grönland könnte an diesem

Dienstag am Rande der UN-Generalversammlung unterschrieben werden.
Der Wortlaut des Vertragswerks ist noch nicht bekannt. Nach
Informationen des dänischen Fernsehens könnten die USA zwei neue
Militärbasen in Grönland planen.

Aktuell betreiben die Amerikaner nur die für Raketenabwehr und
Radarüberwachung wichtige Pituffik Space Base im Nordwesten der
Insel. Fraglich ist, ob die USA für neue Stützpunkte ein neues
Abkommen überhaupt brauchen. Ein bereits bestehender Vertrag mit
Dänemark von 1951 sichert ihnen schon jetzt recht großen
militärischen Spielraum in Grönland zu.

Abkommen könnte Streit um Arktisinsel beenden

Das neue Abkommen wäre ein vorläufiges Ende eines heftigen Streits,
den die USA um die Arktisinsel, die zu Dänemark gehört, entfacht
hatten. Trump hatte mit Verweis auf die Sicherheit der Vereinigten
Staaten Anspruch auf Grönland erhoben.

Trumps frühere Drohungen hatten unter europäischen Staaten und den
Nato-Partnern große Empörung und Widerstand ausgelöst. Das
transatlantische Bündnis schien zeitweise vor einer harten
Zerreißprobe zu stehen. Auch Deutschland stellte sich in dem Konflikt
hinter Grönland und Dänemark, die beide immer wieder betonten, die
strategisch bedeutsame und rohstoffreiche Insel stehe nicht zum
Verkauf.