Deutsche Wirtschaft vor USA-China-Gipfel: EU muss mitmischen

23.09.2026 04:00

Beschränkungen bei Rohstoffen und Handel belasten internationale
Geschäfte. Das hat viel mit China und den USA zu tun. Die Präsidenten
beider Mächte treffen sich. Welche Rolle hat Europa?

Berlin (dpa) - Vor dem USA-Besuch des chinesischen Präsidenten Xi
Jinping hat die deutsche Wirtschaft von der Europäischen Union eine
aktive Handelspolitik verlangt. «Es ist wichtig, dass die EU nicht in
Schockstarre verharrt, sondern zielgerichtet ihre
außenwirtschaftlichen Interessen vertritt», sagte der
Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer
(DIHK), Volker Treier. Wenn Washington und Peking über Handel,
Rohstoffe und Schlüsseltechnologien verhandelten, sei die deutsche
Wirtschaft unmittelbar betroffen. Xi wird am Donnerstag in Washington
bei US-Präsident Donald Trump erwartet.

Treier wies darauf hin, dass die USA und China zu den wichtigsten
Handelspartnern Deutschlands gehörten. «Entspannung zwischen beiden
Seiten kann für Unternehmen im internationalen Geschäft zu mehr
Planungssicherheit führen. Eine neue Eskalation zwischen den beiden
Wirtschaftsgiganten würde auch die deutsche Wirtschaft hart treffen.»

Besonders wichtig wären Fortschritte bei den Exportkontrollen Chinas
und der USA, stellte der DIHK-Vertreter heraus. Schon heute
erschwerten Beschränkungen bei kritischen Rohstoffen, Halbleitern und
Schlüsseltechnologien internationale Geschäfte und Lieferketten.
Europa dürfe «nicht nur Zaungast» in der Handelspolitik sein, die EU

habe selbst viel in der Hand: Sie könne den Binnenmarkt stärken und
strategische Abhängigkeiten durch neue wirtschaftliche Allianzen in
Asien, Lateinamerika und Afrika verringern.