Baltenstaaten verhängen eigene Sanktionen gegen russische Milliardäre

24.09.2026 09:10

Estland, Lettland und Litauen haben nationale Strafmaßnahmen gegen
zwei milliardenschwere Oligarchen erlassen. Die Entscheidungen kommen
kurz nach einer schwer diskutierten Entscheidung in Brüssel.

Tallinn/Riga/Vilnius (dpa) - Nach der umstrittenen Aufhebung von
EU-Sanktionen gegen die russischen Oligarchen Alischer Usmanow und
Michail Fridman haben die baltischen Staaten nationale Strafmaßnahmen
gegen die beiden Milliardäre erlassen. «Estland hielt es nicht für
richtig, diese beiden prominenten russischen Geschäftsleute von der
EU-Sanktionsliste zu streichen und unterstützte die Entscheidung
nicht», teile Estlands Außenminister Margus Tsahkna mit. 

Russland zeige keinerlei Bereitschaft, den Krieg gegen die Ukraine zu
beenden und Usmanov und Fridman unterstützten weiterhin Russlands
Aggression. Daher habe Estland nationale Sanktionen gegen sie
verhängt, hieß es in einer Mitteilung aus Tallinn ohne nähere Angaben

zu konkreten Maßnahmen. Zuvor hatte bereits das benachbarte Lettland
nationale Finanzbeschränkungen und Einreiseverbote gegen die beiden
Oligarchen verhängt. Auch Litauen hat ähnliche Schritte eingeleitet. 


Umstrittene EU-Entscheidung zu Sanktionen

Die Europäische Union hatte am Dienstag nach langem Ringen ihre
Sanktionen gegen Usmanow und Fridman aufgehoben. Dagegen hatte sich
besonders Lettland gesperrt. Auch die Ukraine hatte die Aufhebung der
Strafmaßnahmen als «beschämend und nicht zu rechtfertigen»
kritisiert. Gleichzeitig wurden Maßnahmen gegen rund 3.000 andere
Personen, Einrichtungen und Unternehmen um 36 Monate verlängert.

Allen gelisteten Akteuren wird vorgeworfen, Russlands Krieg gegen die
Ukraine zu unterstützen oder von der Politik des Kremls zu
profitieren. Die baltischen Staaten sind enge Partner und
Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen
eine russische Invasion wehrt.