Luxemburg verteidigt Einsatz für russischen Oligarchen

24.09.2026 13:30

Das EU-Land hatte sich dafür eingesetzt, einen russischen Oligarchen
von der Sanktionsliste zu streichen - und damit für Kritik gesorgt.
Der Regierungschef spricht vom «höheren Interesse» des Landes.

Luxemburg (dpa) - Luxemburgs Premierminister Luc Frieden hat sein
Eintreten für eine Streichung des russischen Oligarchen Michail
Fridman von der Sanktionsliste der EU verteidigt. Man habe «im
höheren Interesse Luxemburgs und um Schaden von Luxemburg abzuwenden»
gefordert, den Milliardär von der Sanktionsliste zu nehmen, sagte
Frieden vor Journalisten. Dies habe «im übergeordneten Interesse
Luxemburgs» gelegen. Fridman gilt als enger Vertrauter des russischen
Präsidenten Wladimir Putin.

Die EU-Staaten hatten sich am Dienstag nach tagelangem Ringen darauf
geeinigt, ihre Sanktionen gegen Fridman und den Oligarchen Alischer
Usmanow aufzuheben. Usmanows Streichung von der Sanktionsliste war
von Frankreich und der Slowakei gefordert worden. Frankreich wollte
damit die Freilassung von in Aserbaidschan verhafteten Franzosen
erreichen.

Frieden sagte, seine Regierung habe die Streichung Fridmans erst
gefordert, nachdem die Forderung nach Usmanows Streichung bereits
ausgesprochen war. Dies «ändert nichts an unserer Unterstützung für

die Ukraine», sagte er zu Kritik am luxemburgischen Vorgehen.

Fridman fordert vor einem internationalen Schiedsgericht rund 15
Milliarden Euro von Luxemburg, weil sein dortiges Vermögen aufgrund
eines EU-Sanktionsbeschlusses dort eingefroren wurde.