Bundesregierung: «keine Normalität im Umgang mit Russland»

24.09.2026 13:42

Das Treffen der G20 soll im Dezember in Miami stattfinden. Die USA
haben auch den Kremlchef eingeladen und hoffen auf eine Teilnahme.
Die Bundesregierung reagiert darauf.

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung nimmt die Einladung der USA an den
russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in
Miami «zur Kenntnis». «Wir nehmen auch zur Kenntnis, dass Präsident

Putin bisher nicht über die Einladung entschieden hat», sagte
Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur auf
Anfrage.

«Für die Bundesregierung gibt es angesichts des Kriegs in der Ukraine
keine Normalität im Umgang mit Russland», erklärte er. Die
Vorbereitungen zum Gipfel seien im Gange, «auch zu dieser Frage». Die
Bundesregierung stimme sich dazu eng mit den Partnern ab.

US-Außenminister Marco Rubio hatte gesagt, die USA hofften, dass
Putin die Einladung annehmen werde. Man denke, dass dies eine gute
Gelegenheit sei, damit Putin nicht nur mit US-Präsident Donald Trump,
sondern auch mit anderen Staats- und Regierungschefs ins Gespräch
kommen könnte.

Moskau will Entscheidung erst noch treffen

Von der EU-Kommission in Brüssel hieß es, Russland sei weiterhin
Mitglied der G20 und habe das Recht, an G20-Treffen teilzunehmen. Die
Frage eines Journalisten, ob EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der
Leyen bereit sei, sich physisch mit Wladimir Putin im selben Raum
aufzuhalten, beantwortete ein Sprecher nicht. «Wir werden sehen, wie
sich die Situation entwickelt, und möglicherweise können wir zu einem
späteren Zeitpunkt mehr sagen.»

«Es ist verfrüht, jetzt darüber zu sprechen, die Entscheidung wurde
noch nicht getroffen», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen
Agenturen zufolge. Moskau schätze die Einladung, sie werde geprüft,
abgestimmt und dann eine entsprechende Entscheidung getroffen. In
jedem Fall beabsichtige Russland, seine Teilnahme an der Arbeit der
G20 und all dessen Foren fortzusetzen.

In der G20-Runde der großen Industrie- und Schwellenländer ist
Russland zwar offiziell noch Mitglied. Putin nahm allerdings zuletzt
2019 physisch an einem Gipfeltreffen teil - also vor Beginn der
russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Der G20-Gruppe
gehören 19 Staaten, die Europäische Union und die Afrikanische Union
an.