Kallas: Deutsch-russisches Treffen verdeutlicht falsche Annahmen

28.09.2026 17:30

Kaja Kallas sieht nach dem Treffen von Wadephul und Lawrow keine
Anzeichen für ein russisches Interesse an Frieden. Interessant ist
ihrer Meinung nach, was andere zuvor behauptet hatten.

Brüssel (dpa) - Von dem Treffen des russischen Außenministers Sergej
Lawrow mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul geht nach
Einschätzung von EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas ein klares Signal aus.
Dieses laute, dass Moskau nicht bereit sei, den Krieg in der Ukraine
zu beenden. Es sei nun für jeden sehr deutlich, dass Russland
überhaupt kein Interesse an Frieden habe, sagte Kallas nach einem
Treffen der EU-Verteidigungsminister in Brüssel. Außerdem behandele
man seinen Gesprächspartner nicht auf diese Weise. Interessant sei,
dass viele Akteure außerhalb Europas zuletzt gesagt hätten, man solle
mit den Russen sprechen, und dann werde es ein Ergebnis geben.

Gespräch ohne Annäherung

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte sich am
Samstag am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit seinem
russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen. Das erste bilaterale
Treffen der Außenminister der beiden Länder seit Beginn des
russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dauerte 20 Minuten.

In dem Gespräch ging es nach deutschen Angaben um den Ukraine-Krieg
und den Fund einer mutmaßlich russischen Sprengstoffdrohne am
Leipziger Flughafen. Nach Einschätzung Lawrows brachte die
Unterredung nichts Neues. Er habe dem deutschen Außenminister gesagt:
«Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können «Lesen Sie
meine Erklärung».»