EU: Hitzesommer kostet Landwirte bis zu 17 Milliarden Euro
28.09.2026 19:07
Der Sommer war heiß und trocken, die Ernte an vielen Orten in Europa
enttäuschend, auch in Deutschland. Der zuständige EU-Kommissar nennt
eine Zahl.
Brüssel (dpa) - Der extreme Sommer mit Hitze, Dürre und Bränden hat
Landwirte in Europa stark getroffen. Der Schaden für den
EU-Agrarsektor werde derzeit auf 14 bis 17 Milliarden Euro geschätzt,
sagte EU-Agrarkommissar Christophe Hansen nach einem Treffen der
Minister in Brüssel. Das genaue Ausmaß werde sich zeigen, wenn die
Ernte abgeschlossen sei.
So sei etwa nicht genügend Gras als Futtermittel gewachsen, was
Viehhaltern Probleme bereite. «Die Landwirte sind die ersten Opfer
des Klimawandels und der Klimawandel ist da - und wird leider auch
bleiben», sagte Hansen. Wasser sei etwa auch in Süddeutschland ein
Problem gewesen.
Es brauche mehr Investitionen in die Wasserspeicherung, aber auch
präzises Bewässern, um Wasser zu sparen, sagte Hansen. Der
Luxemburger sprach sich zudem für eine Versicherungspflicht aus, um
Landwirte zu schützen. Sie sei auch für Investitionen wichtig. Nur 12
Prozent der landwirtschaftlichen Produktion in der EU seien gegen
Schäden versichert.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vor zwei Wochen
in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union unter anderem eine
europäische Wasserinitiative angekündigt sowie zugesagt, sich um eine
Lücke bei den Versicherungen zu kümmern. In Deutschland sank die
Erntemenge beim Getreide laut Erntebilanz im Vergleich zum Vorjahr um
7,3 Prozent.
