Nach Ceuta: Frontex soll schnelle Eingreiftruppe bekommen

29.09.2026 13:39

Zehntausende Menschen kamen innerhalb kürzester Zeit nach Ceuta. Die
EU will Lehren aus der Migrationskrise mit mindestens 72 Toten ziehen
- und ihre Grenzschutzbehörde stärken.

Brüssel (dpa) - Nach der Migrationskrise im spanischen Ceuta will die
Europäische Kommission die EU-Grenzschutzagentur Frontex mit einer
schnellen Eingreiftruppe ausstatten. Frontex müsse innerhalb von 24
Stunden dort sein können, wo die Krise tatsächlich stattfinde, sagte
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner bei der Vorstellung eines
Aktionsplans zur Sicherung der EU-Außengrenzen. Das Frontex-Personal
soll aber demnach weiterhin nur zum Einsatz kommen, wenn ein
Mitgliedsland es anfordert. 

Ende Juli waren rund 72.000 Migranten nach Ceuta gekommen und hatten
eine diplomatische Krise mit Schuldzuweisungen zwischen den
EU-Staaten ausgelöst. Danach hatte etwa der Chef der Europäischen
Volkspartei (EVP), Manfred Weber, gefordert, Frontex müsse in solchen
Fällen die Kommandogewalt bekommen. 

Frontex soll auch bei Abschiebungen mehr tun 

Brunner kündigte zudem an, die Grenzschutzagentur solle auch bei
Abschiebungen eine größere Rolle spielen. Laut Aktionsplan soll die
Behörde dafür mehr geschultes Personal bekommen, das in allen Phasen
der Rückführung unterstützen könnte. Genannt wird etwa die
Identifikation von Ausreisepflichtigen oder Koordinierung von
Abschiebeflügen. Grundsätzlich unterstützen Frontex-Beamte in
Deutschland und anderen Mitgliedsländern schon jetzt bei der
Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern. 

Mit dem konkreten Vorschlag der EU-Kommission für ein neues
Frontex-Mandat wird Ende Oktober gerechnet.