Britischer Premier schließt Wiedereintritt in EU nicht aus
30.09.2026 11:28
Der Brexit bleibt auch Jahre nach dem Austritt ein Dauerthema im
Vereinigten Königreich. Mit seiner Haltung dazu sorgt der britische
Premierminister Andy Burnham nun für Aufregung.
Liverpool/London (dpa) - Der britische Premierminister Andy Burnham
hat für künftige Verhandlungen über eine Annäherung Großbritannie
ns
an die EU auch den Wiedereintritt in die Europäische Union ins Spiel
gebracht. Es gebe verschiedene Optionen und eine davon sei es, «den
ganzen Weg zu gehen», sagte Burnham der BBC. «Wir müssen schauen, was
machbar ist und was jeweils die Vor- und Nachteile wären.»
Mit seiner Aussage sorgte der Premier in britischen Medien für große
Aufregung. Ein Wiedereintritt in die EU wurde seit dem Austritt im
Jahr 2020 von bisherigen Regierungschefs ausgeschlossen, auch von
Burnhams Vorgänger Keir Starmer. Bereits am Dienstag hatte Burnham
beim Parteitag der britischen Sozialdemokraten in Liverpool davon
gesprochen, dass der Brexit «mehr Schaden als Nutzen angerichtet»
habe. «Wir müssen wieder ein höheres Maß an Wachstum und Wohlstand
für Großbritannien herstellen», sagte er.
Möglichkeiten beim EU-UK-Gipfel sondieren
Den noch in diesem Jahr anstehenden EU-UK-Gipfel werde er nutzen, um
darzulegen, welche Möglichkeiten es seiner Meinung nach für
Großbritanniens langfristige Beziehung zu den europäischen Partnern
gebe.
Ein Wiedereintritt Großbritanniens in die EU wäre ein aufwendiger
Prozess, der sich über Jahre ziehen könnte. Ein Sonderverfahren für
ehemalige Mitglieder ist in den Verträgen nicht vorgesehen,
Großbritannien müsste einen regulären Antrag stellen.
Sonderabsprachen, die das Vereinigte Königreich früher als
EU-Mitglied etwa zum Schengen-Raum und dem Euro hatte, würden nicht
automatisch wieder gelten. Am Ende stünde ein Vertrag, dem alle
EU-Mitgliedstaaten und Großbritannien zustimmen und ratifizieren
müssten.
